Mein Weg zu meinem Vater. Men coming home! Teil 1

Entdecke Deine Wurzeln. Lebe Deinen Weg.

Foto: Pixabay | peterziegler | privat

Hier kannst du Teil 2 lesen ->

Meine Mission

Ich bin auf einer Mission. Männer zu inspirieren. Männer wie Dich. Die Begrenzungen Deiner Komfortzone zu entdecken und diese hinter Dir zu lassen. Herauszufinden wer Du wirklich bist. Hinter all´ Deinen Masken. Deinen Widerständen. Den Dingen im Außen. Dich Deinen Emotionen zu stellen. Deinen Weg zu entdecken. Dich Ihm hinzugeben. Ihn zu leben. Egal, was Dir andere erzählen. Egal, welche Emotionen Dir auf Deinem Weg begegnen werden. Auf der anderen Seite wartet das einzigartige Gefühl “nach Hause zu kommen”. Zu Dir. Ich durfte dieses Gefühl erleben und habe es zu meiner Mission gemacht, Männer wie Dich auf Deinem Weg zu begleiten. Zu Dir selbst. Zu Deinem zu Hause.

Die unsichtbaren Ankertaue zu lösen. Die Dir vielleicht das Gefühl der Sicherheit, jedoch zugleich Stillstand beschert haben. Immer mehr Männer leben in einem Gefängnis, in dem die Türen weit offenstehen. Dabei sind es Deine Gedanken, Deine Glaubenssätze und Deine Emotionen, die Dich davon abhalten, Dich selbst in die Freiheit zu entlassen. Bist Du bereit dafür? Dann lade ich Dich auf eine Reise ein. Die Reise zu Dir selbst. Zu dem Mann, der Du sein willst. Der Du bereits bist. Im tiefsten Inneren Deiner Seele. Es liegt an Dir, diesem authentischen Mann in Dir den Raum zu geben, sich zu entfalten. In Integrität.

Zuerst lade ich Dich ein, mich auf meiner Reise zu begleiten. Eine Reise, die ich mit 38 Jahren angetreten bin. Eine Reise, die alles verändert hat. Die mich an meine Grenzen geführt, in Freiheit entlassen und nach Hause gebracht hat.

Auf neuen, alten Spuren. Nach Hause zu kommen.

Das Freizeichen hat sich in Läuten verwandelt. Es klingelt am anderen Ende der Leitung. Die Telefonnummer funktioniert! Unglaublich. Wie oft habe ich danach gesucht. Ohne Erfolg. Dieses Mal ist anders. Die gefühlte tausendste Suchanfrage bei Google scheint Früchte zu tragen. Mein Herz rast. Ein Mann nimmt ab: „Hallo?“ Kenne ich diese Stimme? Ich bin mir nicht sicher. Ich hatte gehofft, der Mann am anderen Ende würde seinen Namen nennen. Dieser Wunsch blieb unerfüllt. Ich lechze nach Klarheit: „Wer spricht dort bitte?“ Eine kraftvolle Stimme bellt mich an: „Du hast mich angerufen. Sag´ Du mir doch wer Du bist!“

Das fühlt sich vertraut an. Keine Ahnung warum. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und die Worte stolpern aus meinem Mund: „Vielleicht Dein Sohn!“ Stille. Das Bellen ist verstummt. Es fühlt sich an, als ob Jahrzehnte der Stille an mir vorüberziehen. Jahrzehnte, die ich unbewusst von der Quelle meiner männlichen Energie abgetrennt war. Eine zögernde Stimme schleicht sich durch die Leitung zu mir. Mit nur einem Wort: „Martin?“ Mein Herz verschluckt sich. Es weiß nicht, ob es vor Freude springen oder aus Angst abtauschen soll. Unbewusst stolpert ein Wort aus meinem Mund: „Ja!“

Ich bin immer noch in Edmonton, Kanada. Meine Ausstattung besteht nur aus einem Namen, einem Geburtsdatum und dem tiefen Herzenswunsch meinen Vater zu finden. Vor Wochen bin ich hier angekommen. Ohne Rückflugticket. Jedoch mit der Klarheit, dass ich erst nach Europa zurückkehren werde, wenn ich meinen Vater oder dessen Grab gefunden habe. Ich bin in Edmonton geboren. Als ich zwei Jahre alt war, saß ich bereits in einem Flugzeug nach Deutschland. Meine Eltern hatten sich getrennt und meine Bestimmung sollte es vorsehen, ohne meinen Vater in Deutschland aufzuwachsen.

Schon vor der Trennung hatten meine Eltern einen großen Graben zwischen sich geschaffen. Ein Graben voller Unverständnis, Wut und Angst. Ein Graben des Schweigens. Gefüllt mit unbewusstem Nebel. Mit Handlungen, die sie jeden Tag, Stück für Stück, ein wenig weiter voneinander trennte. Die Angst meiner Mutter war sehr präsent für mich nach unserer Ankunft in Deutschland. Sie war konstant auf der Hut. Erfüllt mit Sorge, dass mein Vater kommen und mich entführen könnte. Zurück nach Kanada.

Heute bin ich mir darüber bewusst, dass der „kleine Martin“ sich damals die Angst seiner Mutter zu eigen gemacht hat. Deswegen ist es auch keine Überraschung, dass der kleine Martin kein Interesse an einem Kontakt mit seinem Vater hatte. Der Teenager und erwachsene Martin sollte es dem kleinen Jungen gleichtun.

Ich war mir nie wirklich bewusst darüber, dass mein Vater all´ die Jahre versucht hatte, mit mir in Verbindung zu treten. Nach Jahren der immer wiederkehrenden Niederlage und des Schmerzes darüber, zog er für sich Bilanz. Mit dem Ergebnis nicht der Vater sein zu können, der er sich in der Tiefe seines Herzens wünschte zu sein.

„Wo bist Du?“ fragt mich die Stimme am Telefon, die inzwischen erneut Ihre Kraft gefunden hat. „In Edmonton“. „Was machst Du hier?“ „Ich habe Dich gesucht, Dad“. Eine emotionale Stille beginnt sich auszubreiten. Ich kann hören, wie der Mann auf der anderen Seite der Leitung nach Worten ringt.

Die letzten Wochen waren für mich eine emotional Achterbahnfahrt. Ich hatte diverse Behörden und Institutionen aufgesucht, um meinen Vater zu finden. Die Rentenversicherung, das Grundbuchamt, das KfZ-Register. Ohne Erfolg. Aus „Datenschutz“ wurde für mich „Datenschutt“. Ein Trümmerhaufen. Der mir den Weg versperrte, Gewissheit über meinen Vater zu erlangen.

Nach längerer Zeit der Ungewissheit, erhellte ein erster Lichtstrahl das Dunkel.

Ich durfte erfahren, dass keine Todesanzeige für meinen Vater vorlag. „Gute Neuigkeiten“, dachte ich mir. „Wenn er noch lebt, werde ich ihn finden.“ Als letzte Option konnte ich bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgeben. Ich bereitete mich bereits innerlich darauf vor, diesen Schritt zu gehen und die Behörden somit zum Handeln zu zwingen. Bevor ich jedoch diesen finalen Schritt gehen würde, wollte ich Google noch ein letztes Mal befragen.

„Wo bist Du Martin? Hast Du meine Adresse nicht?“ „Nein Dad, ich habe nur eine Adresse aus 1982. Ich war schon dort. An unserem alten Haus, welches ich aus meinen Babyfotos wiedererkannte. Keiner der Nachbarn, konnte mir Hinweise geben, Dich zu finden. Eine alte Dame erinnerte sich allerdings noch an meine Mutter“.

„Ok. Hier ist meine aktuelle Adresse. Komm´ am besten gleich vorbei.“

Ich spüre, wie sich Angst in meinem Körper ausbreitet. Mein Brustkorb ist wie zugeschnürt. Ich kenne dieses Gefühl. Es kommt mir vertraut vor. Es ist die gleiche Angst, die ich schon als kleiner Junge gespürt habe, wenn mein Vater versucht hat, mich in Deutschland ans Telefon zu bekommen. Kontakt zu halten. Mit seinem Sohn.

„Sorry Dad. Ich schaffe es nicht, heute vorbeizukommen. Wir können uns in ein paar Tagen treffen.“ „In ein paar Tagen?“ bellt es zurück. „Ja genau. Ich muss noch einige Dinge vorab arrangieren“. Das Bellen wird lauter und ich lege einfach auf. Der kleine Junge im Körper des 38-jährigen Mannes ist drauf und dran ein Rückflugticket zu buchen. Um erneut von seinem Vater wegzulaufen. Sich zu verstecken. Wie die letzten 36 Jahre. Der kleine Martin gibt der Angst nach, die schon so lange ein Teil von ihm ist. Dabei ist diese Angst noch nicht einmal seine eigene Kreation. Sondern die seiner Mutter.

“No Way! Ich habe es bis hierhergeschafft, meinen Vater endlich gefunden und Du willst schon wieder davonrennen!? Das kommt gar nicht in Frage”. Der erwachsene Martin gibt dem kleinen Jungen in ihm Sicherheit. Den nötigen Halt, den steinigen Weg fortzusetzen. Anstatt eine Kehrtwende hinzulegen.

Der Weg zu innerem Frieden, zur inneren Freiheit, geht durch die Angst.

Ansonsten laufe ich Gefahr, dass der kleine, verletzte Junge weiterhin das Leben des erwachsenen Martin bestimmt. Ich ziehe meine Laufschuhe an. Der Weg durch die Angst wird real. Ich habe gelernt, dass ich schnell handeln muss, bevor der kleine Junge zu mächtig wird und mich erneut vom Weg abbringt. Ich laufe los. Das Haus meines Vaters ist nicht weit entfernt. Ich möchte mir anschauen, welche Gefühle sich zeigen, wenn ich an seinem Haus vorbeilaufe. In seiner Nähe bin. Heute werde ich noch nicht an seine Tür klopfen.

Nach ein paar Meilen biege ich in seine Straße ein. Ich kann sein Haus schon sehen. Es liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sein Nachbar mäht gerade den Rasen. Ich komme näher. Aus dem Nichts taucht er auf. Mein Herz springt mir aus der Brust. Die alte Angst flutet meine Adern. Er ist es. Kein Zweifel. Der kleine Junge versucht die Zügel an sich zu reißen. Eine 180-Grade Kehrtwende hinzulegen. Das wird nicht passieren! Der Mann mit weißem Haar kommt auf mich zu. Er hält bei seinem Nachbarn an. Beginnt mit seinem ihm zu sprechen. Ich bin kurz davor, die beiden zu passieren. Mein Vater steht mit dem Rücken zu mir. Unsere Auren berühren sich.

Er dreht sich um. Schaut mich an.

Ich kann spüren, wie sein Geist versucht, den Zusammenhang herzustellen. Zwischen dem erwachsenen Mann, der gerade an Ihm vorbeiläuft und dem Jungen, den er als Sohn in Erinnerung hat. Ich laufe weiter. Er wendet sich wieder seinem Nachbarn zu. Ich spüre, wie die Freude in mir die Angst des kleinen Jungen überstimmt, sein Zögern. Morgen werde ich wiederkommen. Endgültig an seine Tür klopfen.

Hier bin ich. Klopfe an die Tür. Der Weißkopfseeadler ist im Anflug. Er öffnet die Tür. Schaut mich an. Unsere Blicke treffen sich. Die Verbindung steht. Wir umarmen uns. Die Zeit fliegt an uns vorbei. Ich nehme die Worte war, die ich niemals vergessen werde. “Ich bin froh, dass Du hier bist mein Sohn. Ich warte seit 36 Jahren auf Dich”. Mir fehlen die Worte. Emotionen “übermannen” meinen Körper. “Ich habe Dir Etwas mitgebracht, Dad”. Als die Suche nach meinem Vater vor einigen Wochen begann, habe ich für meinem Vater einen langen Brief geschrieben. Über seinen Sohn. Dessen Gefühle. Sein Leben. Den Weg, den er bisher gegangen ist. Den Brief habe ich zusammen mit Fotos in ein Notizbuch geklebt. Fotos, die meinen Weg bildlich zeigen.

Der Brief an meinen Vater!

 (Hier die deutsche Übersetzung – das Original ist in englischer Sprache verfasst)

An meinen Vater. Edmonton / Kanada

 Vor mehr als 38 Jahren wurde ich in dieser Stadt geboren. In diesen Tagen bin ich durch die Straßen gezogen und habe keine Verbindung gespürt. Ich habe das alte Haus besucht, in dem ich die ersten zwei Jahre meines Lebens verbracht habe. Plötzlich tauchten alte Erinnerungen auf. Mein Unterbewusstsein begann, mir Etwas von seiner Weisheit mitzuteilen. Es war ein schönes Gefühl. Ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Ort an dem ich geboren wurde.

 38 Jahre sind eine lange Zeit. Älterwerden eröffnet neue Perspektiven. Man beginnt sein Leben auf unterschiedliche Weise zu reflektieren. Ich habe mich immer gefragt, wer mein Vater ist. Ob das, was ich in mir trage, von ihm stammt. Der Mann, der aus Ungarn geflohen ist. In Freiheit zu leben. Ohne den Kommunismus. Der Mann, der meine Mutter aus der damaligen DDR über den eisernen Vorhang hinweg in eine freie Welt geschmuggelt hat. Der Mann, der die Natur liebt. Der Mann, der die Einsamkeit in der Wildnis genießt. Weit entfernt von jeglicher Zivilisation.

 In den letzten Jahren habe ich viel Zeit mit Persönlichkeitsentwicklung verbracht, mit Selbstreflektion. Um als Mensch zu wachsen. Meine Bestimmung zu erfüllen. Auf dieser Reise der Herausforderungen stieß ich an meine Grenzen. Ich wollte herausfinden, woher gewisse Verhaltensweisen von mir stammen. Dabei tauchten Fragen auf, die ich selbst nicht beantworten konnte. Mir wurde bewusst, dass nur ein Mann die Antworten auf meine Fragen hat: Mein Vater.

 Wenn ich zurückblicke, wusste ich sehr wenig über meinen Vater. Ich hatte eine Ahnung und vage Vorstellungen. Vorstellungen, die möglicherweise von meiner Mutter stammen. Entstanden durch ihre persönlichen Erfahrungen mit meinem Vater.

 Im Laufe der Jahre waren die einzigen Gefühle, die ich für meinen Vater hatte, Ablehnung und Wut. Für das, was er vermeintlich meiner Mutter und mir angetan hat. Wenn ich darüber nachdachte, spürte ich Ärger und sogar Wut in mir aufsteigen. Während ich ein altes Kinderbild betrachte, auf dem mein Vater mit mir spielt, steigen mir Tränen in die Augen. Die Liebe für meinen Vater ist immer noch in mir. Trotz allem.

 Das Erleben dieser völlig gegensätzlichen Emotionen hat mich neugierig gemacht. Zu erkennen, dass dieselbe Geschichte mindestens zwei Perspektiven hat. Also fing ich an nach Informationen zu suchen. Die Handlungen meines Vaters besser verstehen zu können. Plötzlich sah ich Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel. Ich konnte Akte der Liebe und Verzweiflung sehen. Ein Mann, dem es vorenthalten wurde, Vater zu sein. Ein Mann, der nicht in der Lage war, seinen Sohn auf dem Weg vom Jungen zum Mann zu begleiten. Ein Mann, der mit seinen Schmerzen und der Wut klarkommen musste. Ein Mann, der wartet. Bis sein Sohn zu Ihm zurückkehrt.

 Alles im Leben passiert, wenn die Zeit reif ist.

 Ich dachte immer, wenn ich mich befreien will, muss ich meinem Vater für alles vergeben, was er getan hat. Heute weiß ich, dass Vergebung nicht das richtige Wort ist. In meiner Wahrnehmung ersetzt Verständnis Vergebung. Verständnis dafür, warum mein Vater gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Verständnis, für seinen Schmerz. Verständnis, warum er sein Leben so gelebt hat, wie er es getan hat. Verständnis ist aufschlussreicher als bloßes „Vergeben“, da letzteres keinen Lerneffekt mit sich bringt. Vergeben kann eine Einbahnstraße sein. Verständnis geht in beide Richtungen. Heute verstehe ich, dass sich ein Problem nicht mit der gleichen Energie lösen lässt, mit der es erzeugt wurde. Wut wird Wut nicht lösen. Anstatt unbewusst zu handeln, wenn alte „Wunden“ in mir berührt werden, habe ich mich entschieden, bewusst mit Liebe und Verständnis zu antworten.

 Ich bin neugierig. Neugierig darauf aus erster Hand zu erfahren, wie mein Vater sein bisheriges Leben gelebt hat. Was ihn zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist. All diese Jahre habe ich unbewusst mit den Ängsten meiner Mutter gelebt. Ich hatte sie mir zu Eigen gemacht hatte. Die Angst, dass mein Vater mich von ihr trennen könnte. Vor seinem angeblichen Zorn. Das habe ich erst vor kurzem richtig verstanden. Als ich diese Ängste losgelassen habe, breitete sich tiefer, innerer Frieden in mir aus. Gepaart mit Freiheit. In Ihrer reinsten Form. Pure Energie. Es war, als würde ich eine Ankerlinie durchtrennen, die mich jahrelang unbewusst zurückgehalten hat. In meine männliche Kraft zu kommen und diese zu leben.

Schon vor diesem Moment der „Freiheit“ hatte ich das Gefühl, dass ich an den Ort zurückkehren muss, an dem ich geboren wurde. Wie ein Lachs den Fluss hochschwimmt. Gegen den Strom. Um meinem Vater zu suchen. Dessen Kontaktdaten war ich bewusst “losgeworden”. Weil ich dachte, ein für alle Mal mit Ihm fertig zu sein.

 Ich bin weit gekommen. Ohne Vater aufzuwachsen ist eine Erfahrung, die ich niemanden wünsche. Die Suche nach einem Vaterersatz in schwierigen Zeiten. Ich musste andere Wege finden und habe es getan. Habe trotz der damit verbundenen Hindernisse viel erreicht. Der Schlüssel war die innere Arbeit. Der Weg zu mir selbst, anstatt mich im Außen zu verlieren.

 Ich stehe heute an meinem Platz unter anderem wegen der Eigenschaften, die ich von meinem Vater geerbt habe. Seinen Führungsqualitäten. Seiner Ausdauer. Seiner Liebe zur Freiheit. In der Lage zu sein, Zeit allein zu verbringen, nicht von irgendjemandem abhängig zu sein, die einfachen Dinge im Leben zu genießen. Zum Beispiel den Sonnenaufgang zu beobachten oder die Einsamkeit in der Natur zu genießen. Dafür bin ich dankbar. Diese Eigenschaften erlauben es mir auch, an meine Grenzen zu gehen und zu erweitern. Im Beruf. Im Privatleben. Wenn ich wieder einmal tagelang einen Ultra-Marathon in den Bergen laufe. Eine Erfahrung, die ich wirklich liebe. Allein. In diesen Momenten ist mein Herz weit offen und ich erlebe pure Liebe und Freiheit.

 Ich bin neugierig, ob mein Vater seine Träume, seine Vision oder seine Karriere für die Entscheidungen aufgeben musste, die er getroffen hat. Ich frage mich, ob das, was er als Kind, Teenager oder junger Mann erlebt hat, heute noch eine Rolle spielt, wie er handelt, seine Entscheidungen trifft. Wir werden alle von unseren eigenen „Autopiloten“ gesteuert. Sobald wir anfangen, diese Programme zu hinterfragen, kommen wir uns selbst und der Freiheit ein Stück näher.

 Mein Vater und ich schulden uns heute nichts.

Gleichzeitig halten wir jeder einen Schlüssel in der Hand. Den Schlüssel, um uns vom Schmerz der Vergangenheit in die Freiheit zu entlassen. Die Frage ist, ob wir bereit dafür sind. All diese Emotionen und Erfahrungen hinter uns zu lassen.

Unsere jeweiligen Autopiloten zu hinterfragen und abzuschalten. Sie haben uns lange genug in die Irre geführt.  Haben wir vielleicht sogar Beton in die Schlösser gegossen, die unser Herz schützen? Ist es vielleicht an der Zeit, Vereinbarungen zu treffen, anstatt die Erwartungen der anderen nicht zu erfüllen? Vereinbarungen, die Enttäuschungen vorbeugen, und uns stattdessen erlauben, unsere Schlüssel zu verwenden. Jedem von uns zu erlauben, der zu sein, der er ist. Es ist an der Zeit. Uns zu befreien.

Ein für alle Mal. In Liebe, dein Sohn, Martin

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Martin Stork
Über Martin Stork 2 Artikel
An dem Tag, an dem das beschriebene Telefonat mit meinem Vater stattgefunden hat, war ich im "Außen" extrem erfolgreich. Seit fast zwei Jahrzehnten war ich als Verkehrspilot tätig, davon die letzten 12 Jahre als Kapitän. Habe im Privatjet Top-Manager und Persönlichkeiten um den Globus geflogen. Habe unter anderem in Deutschland, England, Schweden, Kanada, Norwegen, Österreich und Spanien gelebt.

Habe bereits Ende Zwanzig das erste Mal meine Karriere als Pilot geparkt und bin mit dem Rucksack um die Welt gereist. In dem Augenblick des Gespräches mit meinem Vater zählte dies alles nichts mehr. Ich hatte das Glück, dass ich mit fast 40 den großen Wunsch verspürte, meinen Vater zu finden. Den Mann, den ich schon als kleiner Junge in die Wüste geschickt hatte.

Ohne zu wissen, dass dieser kleine Junge unbewusst mein restliches Leben steuern sollte. Bis ich angefangen habe, meine Emotionen wahrzunehmen. Daraufhin tat sich mir eine neue Welt auf. Ich habe nicht nur meinen Vater gefunden, sondern zugleich meine Berufung entdecken dürfen. Nach meiner persönlichen Suche nach meinem Vater habe ich es zu meiner Mission gemacht, Väter und Söhne dabei zu unterstützen wieder einander-zu-finden.

Seitdem unterstütze ich Männer in allen Lebenslagen als zertifizierter Coach (ICF). Dabei ist es meine Herzensmission, Väter und Söhne in Verbindung zu bringen. Egal, wie gut oder "bescheiden" das Verhältnis im "Außen" auch zu sein scheint. Genau dafür bin ich hier. Den "erfolgreichsten" Männern neue Wege aufzuzeigen. Zu mehr Glück und weniger Leid. Zu euren tiefsten Emotionen.

Diese sind nicht nur der Schlüssel zu euch selbst, meine Herren, sondern gleichzeitig auch das Ticket in ein Leben, das unabhängig von äußeren Einflüssen ist. No Bullsh*t allowed. Es bleibt nur eine Frage offen: Seid ihr dafür bereit?

MenCoHo.com
Podcast: Podcast
www.martinstork.com

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