Die nackte Wahrheit über Pornos

Wie Pornos dein Leben sabotieren & wie du es verhinderst

Foto: Pixabay | ivanovgood

“Sex is more exciting on the screen and between the pages than between the sheets.”
Andy Warhol

Pornos sind kein Tabuthema mehr.

Was früher noch als verrucht galt, ist heute in der Popkultur angekommen und gehört für viele zum Alltag.

Niemand muss sich mehr in die mysteriöse Abteilung der örtlichen Videothek mit der Aufschrift „ab 18“ begeben. Eine kurze Google-Suche reicht.

  • Jede Sekunde besuchen 30.000.000 neue Besucher Pornoseiten
  • 8% aller E-Mails enthalten pornographischen Inhalt
  • 35% aller Downloads sind Pornos
  • Fast 1 von 4 Suchanfragen hat pornographischen Bezug
  • 80% der Männer zwischen 18-30 schauen regelmäßig Pornos
  • 1 von 5 Männern gibt zu, auf der Arbeit Pornos zu schauen

Auch wenn viele Männer das unbestimmte Gefühl haben, dass Pornos langfristig nicht gesund sein können, sind sie für die meisten fester Bestandteil der Browsing-Routine – ohne dass ein zweiter Gedanke an die Konsequenzen verschwendet wird.

Doch die Studienlage dazu zeigt immer deutlicher: Pornokonsum geht nicht spurlos an uns vorbei. Ganz im Gegenteil: Unsere Beziehungen, unser Liebesleben und unsere Motivation leiden darunter.

Denn in der langen Geschichte der Menschheit sind diese bewegten Sexfilme eine absolute Neuheit und alles andere als natürlich. Unsere Gehirne sind schlicht und ergreifend nicht daran angepasst.

Pornos tricksen deine Biologie aus

Wie ist es erklärbar, dass sich so viele Menschen selbst auf der Arbeit nicht zusammenreißen können? Warum fällt es uns so schwer die Finger von Pornos zu lassen?

Das liegt daran, dass Pornos unsere tiefsten Instinkte bedienen.

Die Evolution hat deinen Körper und Geist optimal auf zwei Ziele ausgerichtet: Überleben und Fortpflanzen.

Jedem Organismus liegen diese beiden grundlegenden Triebe zugrunde, denn nur so kann er fortbestehen.

Das bedeutet für dich: Alles, was direkt oder indirekt den Fortbestand deiner DNA betrifft, ist mit starken Gefühlen und Reaktionen verknüpft.

Beispielsweise aktiviert dein Körper den Kampf-oder-Flucht-Modus, wenn du bedroht wirst: Adrenalin wird ausgeschüttet, du wirst schmerzunempfindlicher, dein Verstand schaltet ab, du denkst nicht mehr nach und deine Muskeln bereiten sich auf schnelles Handeln vor.

Aber nicht nur dein persönliches Überleben ist mit solchen Reaktionen verbunden, sondern auch das potenzielle Fortbestehen deiner Gene.

Die Evolution hat massive Anreize geschaffen, damit wir uns fortpflanzen, um das Überleben unserer Gene zu sicher.

Aus diesem Grund ist Sex mit so einem Feuerwerk an Glückgefühlen verbunden.

Das Gehirn belohnt uns extrem stark für das Bestreben unseren biologischen Zweck auf der Erde zu erfüllen: Uns Fortzupflanzen und damit das Überleben unserer Gene zu sichern.

Und diese Belohnungsgefühle sind ein äußerst wirksamer Motivator. Sie treiben uns seit jeher dazu an, uns selbst und die Welt um uns herum zu verbessern. Denn nur, wenn man(n) das Beste aus sich macht, hat man auch die besten Chancen sich fortzupflanzen und wird entsprechend mit diesen Glücksgefühlen belohnt.

Vielleicht siehst du jetzt schon das Problem: Pornos setzen genau bei diesen tiefsten Urinstinkten an.

Ein, von der Evolution tief verankerter Überlebensmechanismus, der dich dazu treiben soll, dich selbst zu verbessern, um die größten Fortpflanzungschancen zu haben, kann jetzt per Mausklick befriedigt werden.

Dein Unterbewusstsein kann nicht zwischen real und digital unterschieden. Und Pornos vermitteln ihm, dass dir auf Knopfdruck ein ganzer Harem an perfekten Frauen zur Verfügung steht.

Du musst dich nicht mehr weiterentwickeln oder in irgendeiner Form Energie aufwenden. Du brauchst nicht in eine echte Beziehung investieren, oder etwas von Wert schaffen, um diese Belohnungsnetzwerke zu aktivieren. Es reicht einige Buchstaben in deinen Browser einzugeben.

Du konditionierst dich selbst dazu, nur noch schnelle, fiktive Belohnungen zu suchen, statt für bedeutungsvolle, langfristige Belohnungen arbeiten zu müssen.

 Das Ergebnis davon ist Antriebslosigkeit, Motivationsverlust, Konzentrationsschwäche, Teilnahmslosigkeit, Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Pornos rauben dir dein Dopamin

Das Hormon, das für diese Motivations- und Glückgefühle zuständig ist, heißt Dopamin.

Es sorgt dafür, dass wir durchhalten, auch wenn es schwierig wird.

Es ist das Hormon, dass dich dazu bringt weiterzuarbeiten, um dein Ziel zu erreichen, auch wenn du müde bist und ins Fitnessstudio zu gehen, obwohl du dich dort unwohl fühlst.

Ohne Dopamin gibt es keine Motivation, keine Willenskraft und keine Weiterentwicklung.

Mäuse, denen dieses Hormon entzogen wird, verlieren sogar die Motivation zu essen. Sie verhungern, auch wenn Futter direkt vor ihrer Nase liegt, weil sie keinerlei Antrieb mehr haben.

Dopamin wird auf natürliche Weise stimuliert, wenn wir für bedeutungsvolle Ziele arbeiten oder Sex haben. Es wird unnatürlich stimuliert, wenn wir Pornos schauen.

Und dieser unnatürliche Stimulus ist sehr stark. Alle Fetische und Neigungen werden sofort bedient und man hört niemals ein „Nein“.

Irgendwann reicht es nicht mehr, einfach nur eine leicht bekleidete Frau zu sehen, um Dopamin auszuschütten und Erregung zu spüren.

Man stumpft ab und es braucht mehr und mehr, um die Glücksgefühle auszulösen.

Viele Männer sind bereits an diesem Punkt und brauchen einen sehr starken Reiz, damit ihr Gehirn noch Glückshormone freisetzt.

Pornos zerstören echte Beziehungen

Das ist nicht nur verheerend für die persönliche Weiterentwicklung, sondern auch für Beziehungen.

Eine Studie mit 28.000 Italienern fand heraus, dass diejenigen, die seit sie Teenager sind, jeden Tag Pornos konsumierten, ihren sexuellen Antrieb fast vollständig verloren. Sie empfanden selbst bei den extremsten Bildern keine Lust mehr.

Exzessiver Pornokonsum führt zu erektiler Dysfunktion und Libidoverlust.

Und wie soll es da erst bei einer Frau „aus dem echten Leben“ funktionieren?

Keine Frau der Welt, kann mit dem nicht endenden Strom an perfekten Schönheiten des Internets mithalten.

So ist es keine Überraschung, dass bei 56% der Scheidungen (in den USA) exzessives Interesse des Partners an pornographischen Webseiten als Grund angegeben wird.

Pornos vermitteln eine vollkommen unrealistische Vorstellung von Sex und Beziehungen: Protagonisten sind perfekt geformte Frauen, die alles mit sich machen lassen, nicht reden und immer bereit sind.

Außerdem wird trainiert, Gefühle von Sex zu trennen.

Wer früh mit Pornos anfängt, lernt Sex als einen rein mechanischen Akt zu sehen, um ein kurzes High zu spüren und nicht als die leidenschaftliche Krönung der Zweisamkeit.

Der klassische Einakter besteht aus: PC an, Seiten durchforsten und monoton draufloshobeln. Mit Höhepunkt im 3. Teil, aber ohne Katharsis am Ende. Keine Gefühle, keine Zwischenmenschlichkeit, keine Kommunikation.

Männer, die exzessiv zu Pornos masturbieren, haben Schwierigkeiten bedeutungsvolle Beziehungen zu formen. Zum einen, weil die Frauen nicht ihre unrealistischen Erwartungen erfüllen, zum anderen, weil sie starke soziale Ängste entwickeln. In der NoFap-Community, die sich dem Verzicht auf Pornos verschrieben hat, findet sich dieses Muster in den Autobiografien immer wieder.

Und auch wenn diese Männer in eine Beziehung stolpern, neigen sie dazu, die Partnerin beim Sex durch eine „pornographischen Brille“ zu betrachten. Sie spielen Szenen im Kopf ab, weil der reine Akt sie nicht befriedigt.

Was du dagegen tun kannst

Die gute Nachricht ist: Diese Schäden an deinem Belohnungssystem lassen sich vollständig reparieren.

Es funktioniert in zwei Schritten:

  1. Das System zurücksetzen
  2. Gewohnheiten ersetzen

Das System zurücksetzen
Zurücksetzen bedeutet, dass du auf alle (unnatürlichen) sexuellen Stimuli verzichtest, damit sich dein Gehirn erholen kann. Dein Belohnungssystem wird wieder in den Normalzustand versetzt.

Gary Wilson, Autor des Buchs „Your Brain on Porn“ hat bei diesem Prozess zwei verschiedene Muster beobachtet: Zum einen die Männer, die sich innerhalb von 2-3 Wochen erholen und Verbesserungen in Libido und erektiler Funktion erleben. Und dann Männer, die 2-6 Monate brauchen. Das sind die Männer, die schon in jungen Jahren begannen, regelmäßig Pornos zu konsumieren.

Wichtig ist dabei, wie auch schon Sven in seinem wunderbaren Artikel geschrieben hat, dass du dich von allen künstlichen, sexuellen Stimuli fernhältst. Von Pornos natürlich an erster Stelle, aber verzichte auch auf Zeitschriften mit leicht bekleideten Damen, Instagram-Feeds von einschlägigen Models und auf sexy Youtube-Videos.

Reduziere Verlockungen so weit wie möglich, um es dir leichter zu machen:

  • Installiere dir ein AddOn für deinen Browser, das bestimmte Seiten blockt
  • Lösche deine Social-Media-Apps vom Smartphone (für Kontaktpflege reichen die reinen Messanger-Apps)
  • Falls du ein harter Fall bist, dann kannst du auch Kindersicherungen auf PC und Smartphone aktivieren oder deinen Laptop nur noch in der Öffentlichkeit benutzen
  • Wenn du nicht gerade Graphikdesigner bist, aktiviere die Graustufenanzeige auf deinen Bildschirmen. So ist der optische Reiz weniger stark, falls du trotz der Maßnahmen über pornographisches Material stolpern solltest

Gewohnheiten ersetzen
Die zweite Phase besteht darin, alte Gewohnheiten durch neue, produktivere zu ersetzen.

Viele Männer haben, ohne dass es ihnen bewusst ist, eine Gewohnheit aus ihrem Pornokonsum gemacht.

Gewohnheiten funktionieren nach diesem Muster:

Trigger -> Gewohnheit -> Belohnung

Ein häufiger Trigger für Pornos ist Langeweile oder Trübsinnigkeit.

Unbewusst werden diese Gefühle zum Auslöser Pornos zu schauen, um sich dann kurzzeitig besser zu fühlen.

Viele Männer haben auch eine Gewohnheit daraus gemacht, sich direkt nach der Arbeit vor den Bildschirm zu setzen, um zu entspannen und Stress abzubauen.

Alte Gewohnheiten lassen sich am effektivsten überwinden, wenn sie durch neue ersetzt werden. Denn der Auslöser (also bspw. das Gefühl der Langeweile) wird dir immer wieder begegnen. Deshalb nutze diesen Auslöser, um eine neue Gewohnheit in Gang zu setzen. Die alte Gewohnheit wird dabei überschrieben.

Ein Beispiel: Du spürst Langeweile und damit den Drang, dir einen runterzuholen, um Glückshormone auszuschütten.

Stattdessen nutzt du Langeweile als Auslöser für eine produktivere Gewohnheit. Wie zum Beispiel Lesen, Spazierengehen oder Meditieren.

Es geht also nicht darum, den Trigger zu unterdrücken, sondern ihn für eine neue Gewohnheit zu nutzen.

Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber mit dieser Vorgehensweise lässt du Dopamin wieder für dich arbeiten statt gegen dich. Es ist der Transmitter, der dazu gemacht ist, dich zur Weiterentwicklung zu motivieren.

Das gelingt, indem du dem Drang, den du unweigerlich immer noch spüren wirst, eine neue Bedeutung gibst. Versuche nicht das Verlangen zu unterdrücken, sondern nutze es als Auslöser für eine neue Verhaltensweise.

So gewöhnen sich Raucher und das Rauchen ab und so kannst du Porno-Konsum in den Griff kriegen.

Fazit
Früher wurde gesagt „Onanieren macht blind“.

Vielleicht wird es Zeit diese Binsenweisheit an die heutigen Gegebenheiten mit einem Funken Wahrheit anzupassen. Und zwar: „Pornos machen blind“.

Blind für die wichtigen Dinge im Leben. Blind für bedeutungsvolle Beziehungen und echte Weiterentwicklung. Blind für die kleinen Freuden des Alltags, die nicht mehr gespürt werden können, weil Dopamin nur noch bei massiven Reizen ausgeschüttet wird.

Streiche Pornos aus deinem Leben und nutze die frei werdende Zeit und Energie, für echte Beziehungen und persönliche Weiterentwicklung. Dafür ist dein Belohnungssystem geschaffen.

Was denkst du? Sind Pornos ein Problem in der heutigen Zeit?
Lass uns gerne einen Kommentar da.

Jakob Brand
Über Jakob Brand 1 Artikel
„Hi! Ich bin Jakob Brand.

Ich blogge und coache drüben auf Liberadix.de

Mein Ziel ist es, Männern dabei zu helfen auf ganz natürliche Weise ihr Testosteron zu steigern. Ohne teure Spritzen oder Pillen.

Es ist das Hormon, das unsere Essenz als Mann ausmacht und ich zeige Männern, wie sie diese Kraft wieder entdecken.

Ich bin überzeugt, dass jeder Mann, unabhängig vom Alter, optimale Testosteronwerte erreichen kann.

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