“Männer sind Menschen”

Eilert Bartels beim Männertag der Mainzer MännerInitiative

Foto: privat

Dienstagabend in den Räumen der Opfer- und Täterhilfe in der Nähe des Mainzer Bahnhofs.

Zweiundzwanzig Menschen lauschen den Worten von Buchautor Eilert Bartels.

Es sind berührende Worte, die an den Anwesenden nicht spurlos vorüber gehen, sondern die Menschen bewegen und Emotionen auslösen.

Wie kam es dazu?

Ich bin seit 2013 Mitglied der Mainzer MännerInitiative MMI, ein mittlerweile gemeinnütziger Verein, der ein Männerbüro und ein Männertelefon für den Raum Mainz-Wiesbaden unterhält.

Neben diesen Aktivitäten veranstalten wir seit 2014 jährlich einen Männertag anlässlich des Internationalen Männertags jeweils am 19. November eines Jahres.

Normalerweise laden wir dazu einen Referenten ein, der einen Vortrag zu einem bestimmten Thema hält. Unter anderem hatten wir schon Marcus Kraxberger aus Wien und Martin Rheinländer von „Männlichkeit stärken“ aus Berlin zu Gast.

Für den Männertag 2018 hatten wir dieses Konzept geändert. Wir hatten 4 verschiedene Workshops zu dem Thema „Grenzen setzen macht frei“ konzipiert für die wir auch Eintritt verlangten.

Leider mussten wir die Veranstaltung wieder absagen, weil wir zu wenig Anmeldungen hatten.

Das lag zum einen sicherlich daran, dass wir dieses Mal Eintritt verlangten und zum anderen möglicherweise auch, weil es Männer abgeschreckt hat, sich in einem Workshop zu zeigen und aktiv mitmachen zu müssen.

Daher haben wir unser Konzept wieder hin zu den bewährten Strukturen geändert.

Unser Plan war, den bekannten Buchautor Björn Süffke für einen Vortrag einzuladen.

Björn habe ich dieses Jahr persönlich auf der MANN SEIN Konferenz in Berlin kennen gelernt. Seinen Vortrag fand ich brilliant, mit viel Wortwitz, aber auch sehr viel Sachkenntnis und inhaltlicher Tiefe.

Meine Frau Nicole hatte zudem noch die Idee, Eilert Bartels mit seiner Ausstellung “Männer sind Menschen” einzuladen und seine Bilder im Mainzer Rathaus zu präsentieren.

Eilert hatte 2018 auf der MANN SEIN seine Bilder den Teilnehmern präsentiert

Björn wäre auch gekommen, allerdings konnten wir sein Honorar als ehrenamtliche Organisation nicht bezahlen.

Dann hatten wir die Idee: Warum kann Eilert zusätzlich zu der Präsentation seiner Fotos nicht auch noch aus seinem Buch lesen?

So kam es, dass wir uns am 19.11.2019 in der Nähe des Mainzer Bahnhofs versammelten

Wir hatten einen Raum für ca. 60 Männer und hatten im Vorfeld die Werbetrommel gerührt, um die Hütte voll zu bekommen.

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich sei nicht enttäuscht gewesen, dass letztlich “nur” 22 Menschen zusammenkamen.

Aber ich konnte das schnell loslassen und mich auf die Menschen fokussieren, die an diesem Abend anwesend waren. 🙂

Foto: privat | von links: Tom Süssmann, Michael Schwarz, Jean van Koeverden (alle MMI), Bernd Seifried (OUTH)

Wir gegrüßten die Anwesenden und stellten unsere Arbeit vor. Mittlerweile ist aus der ehemaligen Initiative ein gemeinnütziger Verein geworden. Dadurch werden wir in der Öffentlichkeit mehr ernst genommen und können unser Anliegen besser portieren.

Besonders gefreut hat uns, dass auch unser ehemaliger Mitstreiter Hubert Frank als Teilnehmer dabei war.

Unser Dank gilt der Stelle für Gesundheitsförderung der Stadt Mainz und dem Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, die uns mit einer finanziellen Förderung ermöglicht haben, den Abend zu organisieren und durchzuführen.

Dann kamen wir zur der Hauptattraktion des Abends

Eilert Bartels hatte von jedem Mann, den er in seinem Buch porträtiert hat, ein Foto  mitgebracht, zu denen er im Laufe der Lesung einiges erzählte.

Die Lesung selbst wechselte sich immer wieder mit musikalischen Darbietungen ab. So konnte das Publikum bei angenehm ruhiger Musik noch einmal über das Gesagte reflektieren.

Eilert gab uns einen Einblick darüber, warum er dieses Projekt ins Leben rief. Schon in seiner Kindheit hat er immer wieder die Botschaften vernommen: Männer sind schlecht, Männer sind Täter, von Männern kommt nichts Gutes. Deshalb ist sein Anliegen heute, Männer mit allen Facetten darzustellen. Männer haben Fehler und ihre guten, weichen und sensiblen Seiten. Genau wie Frauen auch ihre starken Seiten haben. Männer und Frauen sind in vielen Bereichen gar nicht so verschieden.

Foto: privat | von links: Michael Schwarz, Tom Süssmann, Eilert Bartels, Jean van Koeverden

Vor diesem Kontext ist der Titel des Buches zu verstehen. Männer sind Menschen, genau wie Frauen.

Ich war mir während der Lesung nicht sicher, ob die anwesenden Menschen sich für das Thema öffnen konnten. Die anschließende Diskussion zeigte aber, das meine Bedenken unbegründet waren, denn die meisten Anwesenden gaben ein positives Feedback und zeigten sich sehr berührt von der Darbietung.

Feedback einiger Teilnehmer

“Nachdenklich und berührt habe ich den gestrigen Abend bei euch in den Räumen der Opfer und Täterhilfe verlassen.  Es war ein toller Abend mit bleibenden Eindrücken, auch wenn ich feststellte, dass ich meine Empfindungen nicht in Worte fassen konnte…”

Das Buch und der Abend in Mainz haben mich sehr inspiriert und meine Sicht auf mich als Mann verändert. Mir erscheint, als hast du einen pazifistischen und heilenden Weg in den Grundfesten an Werten, Glauben, Religion, Schuld mit deinem Buch aufgezeigt.

Insgesamt war der Abend für alle Beteiligten ein voller Erfolg und es hat mir wieder einmal gezeigt und bestätigt, warum ich diese Arbeit mache. Aho!


Hier kannst du die Rezension von “HuMANNoid | Männer sind Menschen” lesen

Über Eilert Bartels

Foto: Stefan Gerber

Eilert Bartels, Jahrgang 1968 lebt seit 29 Jahren in fester Partnerschaft mit seiner Frau Judika Bartels und ist Vater zweier Kinder. Er ist Mitgründer der Praxis “Beziehungsperspektive” in Berlin, wo er seit 2015 als Psychologischer Berater, Heilpraktiker für Psychotherapie und als Paar- und Sexualtherapeut gemeinsam mit Judika Konzepte für sexuelle Selbstbestimmung entwickelt und anbietet.

Die Beschäftigung mit Geschlechterrollen und männlicher Identität begleitet ihn fast sein ganzes Leben und führte Anfang 2017 zum Start des Projektes “huMANNoid – MÄnner sind Menschen.

Kontakt:
www.beziehungsperspektive.de
kontakt@beziehungsperspektive.de
www.humannoid.de
kontakt@humannoid.de

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Über Tom Süssmann 56 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Tom Süssmann versteht sich selbst als Botschafter der Männersache.

Er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit und ist selbst durch viele Höhen und Tiefen des Mannseins gegangen.

Tom heute: "Die Männer-Arbeit hat mein Leben gerettet."

Tom begleitet als Männer-Coach andere Männer auf deren Weg zu einem authentischen Mannsein. Dazu hat er das Konzept "Einfach Mannsein!" entwickelt.

Mit den Basics als Mann gibt Tom Männern ein solides Fundament für ihrSelbstverständnis als Mann:
  • ■ Die Aussöhnung mit dem Vater
  • ■ Die gesunde Ablösung von der Mutter
  • ■ Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
  • ■ Warum bist du hier?

Tom hat 2016 das www.MaennerPortal.Net (MPN) gegründet. Ein Portal, auf dem die verschiedensten Aspekte des Mannseins beleuchtet werden. Es ist mittlerweile eine beliebte Anlaufstelle für Männer, die sich mit dem Thema auskennen, aber auch für Männer, die erst anfangen. sich darüber zu informieren.

Mittlerweile hat sich das MPN zur Nr. 1 für Männer-Arbeit im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Tom im Web:
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