Covid und der ewige Kampf gegen das Böse

Peter Ehrenfels: Meine ganz persönlichen Gedanken, Zugang und Reflektion zu unserer Zeit

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Peter Ehrenfels: Meine ganz persönlichen Gedanken, Zugang und Reflektion zu unserer Zeit

Es ist für mein Bewusstsein und meiner Ausrichtung sehr verführerisch, mich emotional auf der Seite des Widerstandes zu bewegen. Dem Teil in mir Aufmerksamkeit schenken, der wach ist und erregt, der sich nicht anpassen, zurückhalten, seine Impulse und Gefühle kontrollieren, den Mund halten, still sein und Maske tragen will. Trotz, oder gerade mit der Kenntnis um mein angepasstes, braves und träumerisches Kind, das zeitlebens das Feuer seiner Leidenschaft flachgehalten hat, um für andere richtig zu sein. Das sich nach aufrechten Vorbildern sehnt und sich selbst nicht richtig traut Vorbild zu sein, sich zeigen und ausdrücken, mit dem das frei ist und lebendig in mir und wie es in mir tickt.

Uns allen geht es mit den Höhen und den Krisen im Leben doch recht gut. Wir haben einen heimischen Lebensraum, einen Rückzugsort, in dem wir uns sicher und geborgen fühlen können. Wir haben genug Nahrung, ein stabiles Beziehungsumfeld und wir können uns relativ frei bewegen. Das haben viele Menschen und andere Lebensformen dieser Welt nicht und doch bedroht die Krise die Existenzielle Sicherheit allen Lebens. Schon lange ist es fünf vor zwölf und die Zeit bleibt nicht stehen.

Unsere Welt entwickelt sich immer mehr zum Sorgenkind – denn wir nicht wissen was wir tun. Es ist traurig, dass wir dem steten Wandel, den Wellen der Veränderungen und Herausforderungen, die in unserer Realität ins Ungleichgewicht geraten sind, mit Kampf, Abwehr und Distanz begegnen. Das ist nicht meine Realität.

Entsprechend rebelliert in mir, was im Außen geschieht. Macht und Kontrolle, Verbote und Gehorsam, Zwang und Strafe, Recht und Pflicht, Arm und Reich, Missgunst und Neid, Ausgrenzung und Gewalt, Liebe und Leid kann nicht die Definition für Freiheit sein. Aber das ist der Status unserer menschlichen Entwicklung und unseres wissenschaftlichen Know-hows. Das ist der Spiegel unserer Realität, mit der Fähigkeit unserer derzeitigen Wahrnehmung. Wir haben uns daran gewöhnt, an einen ungesunden Lebenswandel, an den biologischen Zustand unseres Planeten, ans Maske tragen und Abstand halten. An einem Rhythmus, der uns antreibt, schneller, höher, weiter – der biblische Mythos vom Turmbau zu Babel ist Sinnbild, wie Hochmut die Menschen und unsere Welt verändert und Antrieb ist, für grenzenloses Wachstum, bis in den Himmel und darüber hinaus, antreiben, mithalten, dazugehören, bedeutsam sein. Festhalten,

Zäune und Mauern bauen, unseren materiellen Besitz und Status konservieren, gegenseitig absichern – in der Annahme, dass uns andere etwas wegnehmen oder Schaden können. Wir haben es nicht besser gewusst und angenommen, das Leben so ist wie es ist und dass wir einander nicht vertrauen können. Wir haben früh gelernt, dass unser freies, lebendiges und herzoffenes Temperament, nicht immer willkommen ist. Wir durchlaufen eine Verhaltensschule, die uns zu Objekten von Bewertungen dressiert. Was im Innen passiert ist Schwäche, die wir in den Griff bekommen müssen und lernen zu kontrollieren und zurückzuhalten, was sich in dir bewegt und erregt, wenn wir am Leben teilnehmen und zurechtkommen wollen. Reis dich zusammen, mach ein freundliches Gesicht, auch wenn dir nicht danach zumute ist. Sei immer ehrlich und pflichtbewusst, du willst ja schließlich ein anständiger Mensch sein. Eine Schule, die uns zu Leistung motiviert und eine Bildung, die uns nahelegt, dass Träume Schäume sind und Illusion – mit den Wundern jener Zeit – die wir besser begraben, wenn wir vernünftig sind, das Innere nicht so wichtig nehmen, Erwachsen werden, es zu etwas bringen und wer sein wollen. Wir übergeben unsere Gesundheit dem Arzt, unsere Seele einem ökonomischen Glaubensbekenntnis, unser Geld der Bank, unsere Kinder dem Schulsystemund begnügen uns mit der kleinen Spitze über der Oberfläche unseres Bewusstseins, das wir Leben nennen.

Friede sei mit dir! Damit kann es nicht weit her sein, angesichts des Unfrieden in der Welt, in der Recht und Ordnung per Gesetzt und Strafe eingefordert wird. Einer Gesellschaft in der wir einem Glauben, Normen und Verhaltensregeln nacheifern, überliefertes als Realität annehmen und dann darüber streiten wer Recht hat. Ein System, das unbequeme Veränderungen und Entwicklungen abwehrt, Symptome bekämpft, um die Kontrolle nicht zu verlieren. Wir ziehen in den Krieg, jagen Verbrecher, bekämpfen das Böse. Niemand wird als egoistischer, feindseliger, machthungriger oder gieriger Mensch geboren. Niemand wird geboren, um anderen Schaden zuzufügen.

Aber alles ist möglich in unserer Persönlichkeitsentwicklung, selbst dass wir uns hinter einer Maske verstecken, zum Schutz für die Rolle, die wir in unserem Leben angenommen haben – die es zu wahren und zu verteidigen gilt. Mit Kontrolle, Zensur und Berechnung – für ein Gefühl, das Sicherheit im Außen inszeniert und scheinbar frei, für unser aller Wohl. Schutz und Sicherheit durch Distanz, Abwehr und Bekämpfung des Wandels und allem Leben, das wir zu unserem Nutzen ausbeuten, weil wir uns von einer nahen und wertschätzenden Beziehung zu uns selbst und uns somit von einer wertschätzenden Beziehung zur Existenz allen Lebens in diesem Universum entfremdet haben.

Wo also brennt das Feuer unserer Leidenschaft? Im Innen wie im Außen ist alles mit allem in Resonanz, alles ist miteinander in Schwingung. Es tut gut, dem Anteil Aufmerksamkeit zu schenken, dass dein Herz höherschlagen lässt, dich wach macht und erregt, dich deinem Kind in dir anzuvertrauen. Kinder haben Träume, die aus ihren Herzen rufen – wir waren geboren, um zu leben – der Spur der Freude zu folgen. Die Welt gehört in Kinderhände, lasst die Kinder an die Macht, denn sie berechnen nicht was sie tun – das Kind in uns, das seine Liebe, seine Freiheit und seine Lebendigkeit aus freiem Herzen mit der Welt teilen will.

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren (Benjamin Franklin)

Für mich sind die Menschen in unserer Geschichte Vorbild, die dafür eingestanden sind, für das, das in ihren Herzen brennt. Vorbild sein für eine freie, friedliche und gerechte Welt. Nicht einfach in einem Leben, das sich stetig verändert, Weltbilder aufeinandertreffen und auseinanderbrechen, gegeneinander kämpfen und den eigenen Dorn im Auge des Anderen sehen. Ich kann in tausend Spiegel schauen und sehe in jedem das Spiegelbild meiner Selbstachtung. Ich kann Vorbild sein für Misstrauen, Neid und Angst, oder für Aufrichtigkeit, Mitgefühl und mutig für die Liebe gehen. Mitgefühl ist sicher eine wertvolle Tugend – liebe Dich selbst, wie deinen Nächsten und bitte oh Mensch, göttliches Wesen, vergib dir – denn wir wissen nicht was wir tun. Woran können wir glauben, wovon sollen wir träumen, von einem glücklichen Leben, an die menschliche Fähigkeit, sich freizumachen, von Selbstsucht und Engherzigkeit und dass alles möglich ist, wonach sich unser Herz sehnt. Wenn wir überhaupt nichts, allein durch Glauben anerkennen, das Gute und göttliche im zu Menschen und der Schöpfung zu sehen, sind wir verurteilt zu einem Dasein, das von Angst, Misstrauen und Zweifeln bestimmt wird. Wer hat das Wissen und aufrichtige Gewissen, zu entscheiden, was Richtig und Gut zum Wohle aller ist. Wer ist bereit, freien Willens die Maske abzulegen und anzuerkennen, dass wir uns diesen Zustand in unserer menschlichen Entwicklung selbst erschaffen haben. Wer hat die Vision, dass wir fähig sind uns weiterzuentwickeln, uns von Schuldzuweisung und Recht haben wollen freizusprechen. Wer glaubt daran, dass wir nicht Opfer, sondern Schöpfer sind, für das, dass in unserem Herzen brennt und ohne Maske dafür einstehen.

Krise – Gefahr – Chance. Eine Krise ist der Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung in einem natürlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsstörung über einen gewissen Zeitraum vorausging. Die mit dem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation bietet in der Regel sowohl die Chance zur Lösung der Konflikte als auch die Möglichkeit zu deren Verschärfung. (Wikipedia).

Wissenschaftlich haben wir uns unglaublich weit entwickelt. Wir erforschen das Universum in seiner unendlichen Weite bis in die kleinsten Zellen unseres feinstofflichen Organismus hinein. Wir besitzen umfassendes Wissen wie der Mensch biochemisch und als Psycho-soziales Wesen tickt. Unser Bewusstsein ist uns jedoch noch weitestgehend fremd. Die Schattenseite unter der Oberfläche, in der das Potenzial geborgen liegt über die Grenzen des rational begreifbaren hinaus zu gehen. Die Kausalität von Ursache und Wirkung ist wissenschaftlicher Kontext, mit der Erkenntnis, dass wir die Lösung einer persönlichen oder kollektiven Krise nicht auf der Ebene finden können, auf der sie entstanden ist. Die Fliegen auf dem Misthaufen, der sich vor meiner Haustüre aufstaut, verschwinden nicht, wenn ich Fenster und Türen verriegle, mich mit Antimückencreme einschmiere und das Haus nicht mehr verlasse, solange ich die Ursache des Misthaufens nicht geklärt habe. Wir müssen den Virus bekämpfen, um ihn zu besiegen, in der Annahme, dass er unser Feind ist!? Woher kommt der Feind, der uns schaden will, woher kommt das Böse, das uns zusetzt, uns bedroht, sich ausbreitet und mutiert und ist nicht vielleicht der Mensch der Virus, der sich ausbreitet, mutiert, sich entfremdet und dem Ökosystem unseres Planeten schwer zusetzt und schließlich Abwehrreaktionen hervorruft, die wir bekämpfen und wer kann ausschließen, dass sich nicht doch Trojaner einschleichen wollen Die Menschheitsgeschichte schreibt mit blutiger Spur einen leidenschaftlichen und scheinbar nie endenden Kampf gegen das Böse. Es stehen keine Armeen gegeneinander, sondern ein Leben nach dem anderen. Krise als Chance für Wachstum und Heilung. Ist es nicht egal, wovor wir Angst haben, vor einem Virus, vor einer Krankheit, vor einer Niederlage oder Verlustangst macht uns schwach und das, wovor wir Angst haben stark. Das stärkere wird fortbestehen, auch wenn wir es eine Zeit lang unterdrücken und fernhalten können, kommt es in anderer Form wieder.

Zurückgehaltene, unfreie und kontrollierte Energien, die zur richtigen Zeit an die Oberfläche drängen, gesehen, beachtet und angenommen werden und heilen wollen. Nichts geschieht ohne Sinn und Grund. Im Innen, wie im Außen. Alles hat seine natürliche Ordnung, die sich uns möglicherweise anvertrauen will, ohne Rüstung, mehr mit Respekt und freiem Geist einer biologischen Funktionsstörung zu begegnen. Selbstbewusst und selbstverantwortlich, mit bestem Wissen und Gewissen, gemeinsam für eine aufrichtige, demokratische und nachhaltige Lösung einzustehen. Doch es wird immer nur bekämpft, dass außer Kontrolle geraten ist und unsere gewohnte und sicher geglaubte Realität bedroht. In meinem Bewusstsein ist es nicht Sinn der Schöpfung, den Veränderungen und Bedrohungen auf unseren Planeten, mit Abwehr und Kampf zu begegnen. Heilung als Weg, der sich gegen das Leben richtet!? Niemand kann wissen, wie mehr Leben gerettet, oder geopfert worden wären und ob wir eine Change auf Wachstum verpasst haben. Nur was den Umgang, die Maßnahmen und Eingriffe in unseren Organismus, sowie die Einschränkungen unserer Freiheit für uns als Menschen und insbesondere unseren Kindern, gesundheitlich und in unserer persönlichen und sozialen Entwicklung für Auswirkungen haben wird, ist noch viel weniger absehbar. Das ist meine Wahrnehmung/Gefühl, das meine Aufmerksamkeit erregt und mir erlaube, mich nicht zurückzunehmen, um für andere richtig und bequem zu sein.

„Wenn ihr nicht vom Wein der Einsicht trunken seid, könnt ihr nicht vom Kuss der Freiheit nüchtern werden“

Ich trage einen Glaubenssatz in mir – ich muss leiden, um zu fühlen – ich denke damit bin ich nicht allein. Wenn wir festhalten, leiden wir. Leid beenden bedeutet Sinn hinter dem Leiden zu finden. Wir haben einen freien Geist, eingebunden im großen Raum des Universums. Für mich erschließt sich der Sinn im Leid dieser Krise, die uns den Spiegel vorhält, wie wir uns über die Zeit an eine immer größer werdende Distanz und Entfremdung zueinander gewöhnt haben und vergessen, dass uns menschliche Nähe und Verbundenheit stark macht und ein Gefühl von Sicherheit, Schutz und Geborgenheit vermittelt. Wie können wir von der Einsicht trunken sein, um globale Krisen und Veränderungen als eine gemeinschaftliche Kreation wahrzunehmen…Wie können wir vom Kuss der Freiheit nüchtern werden, um Verantwortung für sich selbst und für die Welt, die wir erschaffen haben zu übernehmen.

Ein Bewusstsein in Verbundenheit mit allem Leben, das uns in Erfahrungen führt, die unserem gemeinsamen Wachstum und somit dem Wohle aller dienen. Alles ist eins. Den Sinn zu erkennen und dass es die Schöpfung gut mit uns meint. Nicht eingreifen, abwehren, verändern wollen, dass uns im Fluss des Lebens auf den richtigen Weg führen will…ich weiß es nicht, ich weiß, dass ich das alles mit meinem Bewusstsein nicht wirklich erfassen kann, aber es macht mir keine Angst. Ich vertraue mir. Ich glaube an die Kraft des freien Willens und an die Einheit in unseren Herzen. Ich bin verliebt in die Schönheit, die es in uns Menschen gibt. Ich glaube an das Gute und göttliche in uns und ich glaube an die Liebe, die alles verbindet. Das ist meine Leidenschaft, mein Weg und Ausrichtung, mein Inneres mit dem Äußeren in Heilung zu bringen. Ich bin mit wachen und aufrichtigen Menschen verbunden, die mein Vertrauen stärken und Mut machen, Vorbild zu sein, für eine freundliche, friedliche und heile Welt.

Wir waren geboren um zu leben mit den Wundern jeder Zeit – In Freiheit, Liebe und Leidenschaft.

 

Über Peter Ehrenfels 7 Artikel
Jahrgang 61. Gebürtiger Franke. Meine berufliche Heimat war 32 Jahre der Leistungsorientierte Vertrieb. Ich sehe meine Krisen als die Highlights meines Lebens, die mich in Erfahrungen geführt haben, mich mit mir und meinem Mann sein auseinanderzusetzen.

Ich vertraue darauf, dass in all meinen Schwächen und Befindlichkeiten, meine persönlichen Stärken und mein individuelles Entwicklungspotenzial pulsieren. Ich glaube daran, dass es ohne Licht keinen Schatten gibt, dass das Leben stete Veränderung ist und dass nichts ohne Sinn und Grund geschieht.

Dieses Verständnis hat mich vor gut 13 Jahren auf den Weg gebracht meine Schatten zu beleuchten, Selbsterfahrungen, jenseits ausgetrampelter gesellschaftlicher Wege zu sammeln, mein Weltbild zu weiten, um auf die Spur zu finden, den Mann in mir zu entdecken der in mir steckt.

Ich brenne für die Männerarbeit. Ich bin regional seit 10 Jahren in Männergruppen aktiv. Online, als Gründungsmitglied des Männergruppen Netzwerks https://maennergruppen.org Meine Passion ist es, Frieden mit und in mir zu finden und Vorbild für den Frieden dieser Welt zu sein.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe mich in vielen Sätzen wiedergefunden.
    Der unbequeme und eigenverantwortliche Weg fühlte sich von Anfang an stimmig an.
    Ich mag Umarmungen und gehe gern spazieren. Und mit wachen und aufrichtigen Menschen läuft es sich am schönsten.

    • Sebastian, freut mich, dass dich meine Gedanken und Zugänge inspirieren.
      Der “unbequeme” Weg hat meinem Leben jedenfalls mehr Lebendigkeit, Sinn und Bedeutung gegeben. Es tut mir gut mit wachen und aufrichtigen Menschen verbunden zu sein.
      Herzlichen Gruß
      Peter

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