Mannsbilder

Auf der Suche nach der neuen Männlichkeit

Foto: Christoph Boeckheler

von Boris Halva | KOMPLETT MEDIA

In Zeiten des MenBashing, der sog. Toxic Masculinity, wird vordergründig nur von den negativen Seiten des Mannes bzw. des Mannseins gesprochen. Hashtags wie #metoo oder #menaretrash scheinen die Ausweglosigkeit zu zeigen, in denen sich Männer und die Männlichkeit insgesamt befinden.

Ungeachtet der derzeit noch tatsächlich vorhanden alten und negativen Ausprägungen des Mannseins, befinden sich in Wirklichkeit bereits viele Männer auf dem Weg zu einer neuen Art des Mannseins und damit des Menschseins.

“Aber #MeToo war keine Krise der Männlichkeit, sondern eher ein Beleg dafür, dass mit den Männern, die mit ihrem Verhalten über Jahrzehnte Frauen erniedrigt haben, etwas nicht stimmt.” Boris Halva

Der Autor dieses Buches, Boris Halva wollte es wissen. Was ist los mit dem Mann von heute?

Den Impuls zu diesem Buch bekam der Autor durch zwei Verlegerinnen des KOMPLETT MEDIA Verlags, die sich dem Themenfeld des Neuen Mannes stellen wollen.

Boris Halva bemerkte, dass ihn dieses Thema ebenfalls interessierte und so kam es zu diesem Buch.

Damit ist auch klar, was den Leser erwartet.



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Es ist kein Buch, dass von Fachleuten der Männer-Arbeit (= Persönlichkeitsentwicklung für Männer) geschrieben wurde und Männer direkt bei ihrer inneren Arbeit unterstützen soll. Es geht um mehr als “nur” Männer-Arbeit.

“Mannsbilder” betrachtet das Thema Mannsein in der heutigen Zeit von sehr vielen verschiedenen Perspektiven aus. Es geht um das althergebrachte Verständnis von Mannsein, dem derzeitigen Status und dem Ausblick, was Mannsein in Zukunft bedeuten kann.

Der Autor hat neben seiner professionellen journalistischen Recherche auch sich selbst eingebracht, in dem er die unterschiedlichsten Veranstaltungen und Seminare besucht und sich mit Männern der unterschiedlichsten Couleur ausgetauscht hat.

Zum Inhalt

Das Buch ist in zehn Kapitel gegliedert, wobei neun Kapitel der inhaltlichen Darstellung dienen und das 10. Kapitel den persönlichen Dank des Autors an alle Beteiligten ausdrückt.

Die Überschriften stellen jeweils einen Aspekt des Mannseins dar und sind im Einzelnen:

  1. Der fragende Mann
  2. Der empörte Mann
  3. Der problematische Mann
  4. Der entzauberte Mann
  5. Der dominante Mann
  6. Der bewunderte Mann
  7. Der suchende Mann
    Dieses Kapitel wurde bereits im MännerPortal.Net veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.
  8. Der unterschätzte Mann
  9. Der gelöste Mann

Nachdem der Autor die Grundsatzfrage “Warum dieses Buch?” geklärt hat, wendet er sich im Kapitel “Der empörte Mann” dem Männerbild zu, das in jüngster Zeit durch die Gillettewerbung und dem Muttertagsclip von Edeka transportiert wurde.

Die Empörung über diese Streifen kann Halva nicht so richtig nachvollziehen. Verstellt sie doch den Blick auf andere wichtigere Themen des Mannseins.

Boris Halva spart bei der Frage “Was bedeutet Mannsein in der heutigen Zeit?” keine Extreme aus. Im Kapitel “Der dominante Mann” berichtet er von seinen Erfahrungen auf einem Pick-Up Seminar. Dort werden im Schnellgang schüchterne Männer, die Probleme haben, mit Frauen in Kontakt bzw. sie ins Bett zu bekommen, zu Alpha-Männern ausgebildet. Der Autor bleibt während der Veranstaltung auf ironischer Distanz und es ist ihm anzumerken, dass für ihn authentische Männlichkeit etwas anderes ist. Dem Autor gehört Respekt gezollt, dass er auch diese Facette des Mannseins in sein Buch aufgenommen hat.

Im Kapitel “Der bewunderte Mann” geht es um Alphatiere und Vorbilder. Ausgehend von einer Umfrage des sog. Männermagazins Playboy, welcher Mann für deutsche Männer ein Vorbild sei, stellt sich der Autor die Frage: Wer sind Vorbilder unserer Söhne? Die Antwort darauf ist für Halva erstmal erschreckend, weil es für ihn nicht nachvollziehbar ist, wen z.B. sein Sohn als cool und nacheifernswert empfindet.  Allerdings kommt er zu der Erkenntnis, dass es für ihn als Vater zielführender ist, sich auf die Sichtweise des Sohnes einzulassen, statt dem Sohn seine Sichtweise überzustülpen.

Das ist es auch was, mir an diesem Buch gut gefällt. Der Autor verlässt immer wieder die journalistische Distanz und bringt sich persönlich ein. Er reflektiert auf berührende Weise die jeweiligen Themen und fragt sich: “Was hat das gerade Geschriebene mit mir zu tun?”

Dies wird besonders deutlich im Kapitel “Der entzauberte Mann”, in dem es u.a. um die #metoo Debatte geht.

Fazit

Im letzten Kapitel zieht der Autor selbst ein Fazit über den aktuellen Stand des Mannes. Obwohl man dem Mannsein in der heutigen Zeit eine Krise diagnostizieren könnte, so sieht Boris Halva diesen Zustand nicht als Endpunkt an. Im Gegenteil, das Männerbild ist im Wandel begriffen. Das alte patriarchalische Machoverhalten ist noch vorhanden, aber es gibt viele neue Ansätze, dies zu überwinden. Möglicherweise führen einige in eine Sackgasse, aber es ist Bewegung und Entwicklung vorhanden, die früher oder später zu einer neuen Art des Mannseins führen wird.

Ein wichtiges Element ist, dass sie ihr Verständnis von Frauen verändern. Sie sollen sie weder als Objekt ihrer (sexuellen) Begierden sehen, noch sie auf ungesunde Art und Weise erhöhen.

“Das Erste, was passieren muss, damit sich etwas ändert: Männer sollen aufhören, über Frauen zu reden! Ganz egal in welcher Weise. Auch nicht lobpreisend. Sollen die Klappe halten. Und hinhören.”

Und sollen sich zuerst einmal um sich kümmern, möchte man hinzufügen.

Der Autor hat klar erkannt, dass eine Emanzipation der Geschlechter nur mit den Männern geht. Mit anderen Worten, Feminismus macht nur dann Sinn, wenn er auch eine Aussöhnung mit den Männern zum Inhalt hat.

Die derzeitige Situation von Männern und Frauen sieht er als eine Art Übergangssituation an.

Es passiert gerade ganz viel Veränderung, aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Die Reise geht weiter!

Auf die Frage vieler heutiger Männer: Welcher Mann will ich sein? antwortet Boris Halva wie folgt:

“Ich würde sagen: Lasst uns Männer sein, die die ganze Bandbreite des Mannseins für sich entdeckt haben.”

Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen.

“Mannsbilder” ist ein Buch, dass die derzeitige Situation von Männern aus vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Es macht Mut, weil es die Augen dafür öffnet, dass das alte, patriarchalische Mannsein überwunden werden kann und sich eine neue Art von Männlichkeit etablieren wird.


Über den Autor:
Boris Halva (42) ist im Odenwald aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Darmstadt. Er hat lange für verschiedene Zeitungen gearbeitet, bevor er 2013 mit seiner Frau

den gemeinsamen Traum von einem eigenen Café verwirklichte.

Das war eine schöne Zeit, aber nach vier Jahren Tische wischen und Getränke mischen fügte es sich, dass er zur Frankfurter Rundschau zurückkehren konnte. Heute leitet er das Ressort Magazin/Panorama

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Über Tom Süssmann 55 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Tom Süssmann versteht sich selbst als Botschafter der Männersache.

Er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit und ist selbst durch viele Höhen und Tiefen des Mannseins gegangen.

Tom heute: "Die Männer-Arbeit hat mein Leben gerettet."

Tom begleitet als Männer-Coach andere Männer auf deren Weg zu einem authentischen Mannsein. Dazu hat er das Konzept "Einfach Mannsein!" entwickelt.

Mit den Basics als Mann gibt Tom Männern ein solides Fundament für ihrSelbstverständnis als Mann:
  • ■ Die Aussöhnung mit dem Vater
  • ■ Die gesunde Ablösung von der Mutter
  • ■ Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
  • ■ Warum bist du hier?

Tom hat 2016 das www.MaennerPortal.Net (MPN) gegründet. Ein Portal, auf dem die verschiedensten Aspekte des Mannseins beleuchtet werden. Es ist mittlerweile eine beliebte Anlaufstelle für Männer, die sich mit dem Thema auskennen, aber auch für Männer, die erst anfangen. sich darüber zu informieren.

Mittlerweile hat sich das MPN zur Nr. 1 für Männer-Arbeit im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Tom im Web:
MännerPortal.Net auf Facebook
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