Männerabend – Das Buch

Warum Männer einen Mann zum Reden brauchen ... und was Frauen darüber wissen sollten

Foto: Rena Hoffmann | Fotolia

von Richard Schneebauer | Goldegg Verlag

„Ein offenes und wertschätzendes Gespräch unter Männern ist wie Rock ́n Roll. Kraftvoll und emotional berührt es dich tief in deiner Seele.“

Mit diesem von ihm verfassten Zitat eröffnet Dr. Richard Schneebauer sein Buch „Männerabend – Warum Männer einen Mann zum Reden brauchen – und was Frauen darüber wissen sollten“.

Der Autor macht damit direkt klar, um was es ihm geht. Er spielt mit dem alten Klischee, Männer würden nicht über ihre Gefühle reden können und könnten bei persönlichen Beziehungen und Freundschaften keine Tiefe erlangen, sondern würden sich nur oberflächlich begegnen.



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Er zeigt im Verlauf des Buches, dass er sich sehr genau und auf vielfältige Art und Weise mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Schneebauer geht dabei auch auf die neuen besonderen Anforderungen ein, die das Mannsein heute an Männer stellt. Das Männerbild ist im Umbruch, und hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert und ist weniger eindeutig geworden. Der Druck der auf Männer von der Gesellschaft ausgeübt wird, ist gestiegen und steigt weiterhin. Frauen stellen heute andere Ansprüche an Männer und nicht zuletzt hat sich auch der innere Anspruch vieler Männer an sich selbst verändert.

Wie der Autor im ersten Kapitel schreibt, hat ihm im ersten Entwurf des Buches etwas gefehlt. Er war zufrieden mit den Informationen, die auf der Sachebene vermittelt wurden, aber ihn beschäftigte die Frage, wie er die Inhalte mit Tiefe, Leidenschaft und intensiven Gefühlen anreichern und spürbar machen konnte.

Am meisten erlebe ich das persönlich durch Musik und so kam es dazu, dass in diesem Buch wie in meinem Leben auch Songs eine wichtige Rolle spielen. Jedes Kapitel ist nach einem Song benannt, der es mir beim Schreiben ermöglichte, auf besondere Weise in das jeweilige Thema einzutauchen. Musik ist besonders geeignet, Gefühle ins zu aktivieren.

Dieses Konzept ist sehr gut gelungen. Es zeigt zum einen, dass die jeweilige Thematik schon vor einiger Zeit im anderen Kontext von Musikern beleuchtet wurde und andererseits ist dadurch ein eleganter Einstieg für die Anliegen des Autors gewährleistet.

Das alte Männerbild
In den ersten Kapiteln beschreibt Schneebauer zunächst das alte Männerbild. Männer stehen unter Druck, um dem Image des Machers, des Ernährers und Versorgers der Familie, des immer Funktionsfähigen zu entsprechen.

Die Angst vor Gefühlen
Im Weiteren geht der Autor darauf ein, warum sich viele Männer derzeit noch schwertun, über ihre Gefühle zu reden.

Er identifiziert die drei Ängste, die Männer davon abhalten, ihre Gefühle zu zeigen.

Da ist zum einen die Angst, wieder verletzt zu werden. Viele Männer setzen noch immer Gefühle mich Schwäche gleich. Schwäche, die von dem Gegner, dem Konkurrenten, dem (weiblichen) Gegenüber ausgenutzt werden und gegen ihn verwendet werden kann.

Eine weiter Angst ist die vor der eigenen Kraft und der Möglichkeit, von den eigenen Gefühlen übermannt zu werden. Hier steht an erster Stelle die Wut, aber auch das als unmännlich geltende Weinen.

Bei der dritten von Schneebauer benannten Angst handelt es sich um die Angst als schwul zu gelten und die Angst vor Homosexuellen im Allgemeinen. Diese Angst sei noch größer als die Angst wieder verletzt zu werden.

Der Vater als Schüsselfigur
Laut Schneebauer hängt die Fähigkeit Gefühle zu zeigen für Männer auch davon ab, wie sie ihren eigenen Vater erlebt haben.

War der Vater verschlossen und hatte auch Probleme, Gefühle zu zeigen, dann wird dies auch dem Sohn schwerfallen.

Allerdings kann diese durch den Vater verursachte Prägung wieder rückgängig gemacht werden.

Wer es wagt, ehrlich hinzuschauen, um ein vollständiges und realistisches Bild vom Vater und der Beziehung zu ihm zu bekommen, sich auszusöhnen, mehr aufrichtiges Verständnis für ihn und seine Handlungen zu entwickeln und ihn zu lieben, wer es schafft, sich von den Erwartungen des Vaters zu befreien und seinen eigenen Lebensweg in innerer Unabhängigkeit zu gehen, findet Klarheit, männliche Präsenz und innere Herzensruhe.

Mit anderen Worten, wenn ein Mann es geschafft hat, sich mit seinem Vater auszusöhnen, dann wird er wesentlich mehr in der Lage sein, einen offenen und wertschätzenden Austausch mit anderen Männern zu pflegen.

Fazit
Kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen?

Um diese Frage zu beantworten, muss meines Erachtens beleuchtet werden, wer denn überhaupt die Zielgruppe des Autors sein soll.

Ich denke, dass die breite Masse der Männer, die noch an alten Rollenmustern festhält und noch in patriacharlichen Verhaltensmustern gefangen ist, dieses Buch vermutlich überhaupt nicht lesen bzw. es erst gar nicht den Weg zu ihnen finden würde.

Für Männer die gerade anfangen haben ein neues Männerbild für sich zu definieren, wie es z.B. im MännerPortal.Net beschrieben ist, ist diese Buch eine wertvolle Quelle. Hier werden viele Informationen für eine neue Art des Mannseins dargestellt, die zu neuen Sichtweisen führen können.

Aber auch für Männer, die schon länger auf dem Weg sind, bietet das Buch eine Fülle von Erkenntnissen und sichtbar gemachten Zusammenhängen.

Selbst für mich als Männer-Coach ist das Buch interessant, weil es bekannte Fakten in einen neuen, interessanten Kontext stellt. Einem meiner Kern- und Herzensthemen, die Aussöhnung mit dem Vater, widmet der Autor ein ganzes Kapitel. Ich freue mich sehr, dass dieser wichtige Punkt so ausführlich und kompetent vom Autor behandelt wird.

Ebenso bemerkenswert finde ich die Fülle von gut recherchierten Informationen und Materialauswertungen zum Thema.

Die vom Autor aufgestellte These: Warum Männer einen Mann zum Reden brauchen wird sehr breitgefächert beleuchtet und deckt dabei auch andere wichtige Fragestellung der Männer-Arbeit ab.

Also kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen?

Hier antworte ich mit einem eindeutigen JA!

Die langjährige Erfahrung des Autors in der Begleitung von Männern kommt dem Buch sehr zugute und seine Liebe zu dieser Arbeit ist in jeder Zeile spürbar.

Bei so viel Licht möchte ich aber auch den Schatten nicht verschweigen.

Das Buch ist nicht leicht konsumierbar. Es bietet eine Fülle von gut recherchierten Informationen, die sehr breit gefächert sind. Das ist ja zunächst nichts Negatives, erschwert aber möglicherweise den Zugang des Lesers zur Thematik.

Ich gestehe freimütig, dass ich mich zunächst relativ schwergetan habe, einen Zugang zu dem Buch zu finden. Ich habe lange gebraucht, um mich so einzulesen, dass ich die Essenz des Buches erfassen und sie in dieser Rezension darzustellen konnte.

Deshalb meine Aufforderung an die Leser, denen es möglicherweise genauso geht: „Lasst euch nicht entmutigen und bleibt dran. Es lohnt sich und kann euer Leben als Mann nachhaltig verbessern und bereichern.“


Über den Autor:
Dr. Richard Schneebauer ist Soziologe und seit dem Jahr 2000 in der Männerberatung des Landes Oberösterreich tätig. Der Vater von zwei Kindern beschäftigt sich in diesem Umfeld und als selbstständiger Trainier und Coach mit den verschiedenen Rollen des Mannes, Beziehungsproblemen, Aggressionen, beruflicher Überlastung u.v.m. Als Dozent trägt er zu seinem Schwerpunktthema Männerforschung auf der Johannes-Kepler-Universität und anderen Hochschuleinrichtungen vor.

Er hält außerdem Vorträge für werdende Väter in Krankenhäusern und ist Pionier der Genders-Dialog-Society, welche Leadership-Kompetenzen in einem echten Miteinander von Mann und Frau vermittelt.

Der Autor im Web: genius-coaching.com

Über Tom Süssmann 50 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Tom Süssmann versteht sich selbst als Botschafter der Männersache.

Er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit und ist selbst durch viele Höhen und Tiefen des Mannseins gegangen.

Tom heute: "Die Männer-Arbeit hat mein Leben gerettet."

Tom begleitet als Männer-Coach andere Männer auf deren Weg zu einem authentischen Mannsein. Dazu hat er das Konzept "Einfach Mannsein!" entwickelt.

Mit den Basics als Mann gibt Tom Männern ein solides Fundament für ihrSelbstverständnis als Mann:
  • ■ Die Aussöhnung mit dem Vater
  • ■ Die gesunde Ablösung von der Mutter
  • ■ Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
  • ■ Warum bist du hier?

Tom hat 2016 das www.MaennerPortal.Net (MPN) gegründet. Ein Portal, auf dem die verschiedensten Aspekte des Mannseins beleuchtet werden. Es ist mittlerweile eine beliebte Anlaufstelle für Männer, die sich mit dem Thema auskennen, aber auch für Männer, die erst anfangen. sich darüber zu informieren.

Mittlerweile hat sich das MPN zur Nr. 1 für Männer-Arbeit im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Tom im Web:
MännerPortal.Net auf Facebook
Einfach Mannsein!
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Ganzheitliches WebDesign

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