Erektionsstörung beheben – Ein Mann, ein Problem, viele Lösungen

Ein Beitrag von Chris Flanagan vom Männerblog Lovebetter.de

Foto: Pixabay | darkerstar

Nichts sorgt in der Männerwelt für so viel Frustration und Kopfzerbrechen im Bett wie Erektionsstörungen!

Darunter leidet oft nicht nur das Sexleben, sondern auch die Beziehung und das Selbstwertgefühl der betroffenen Männer! Denn der Gedanke, seine Partnerin nicht richtig befriedigen zu können ist für einen Mann ein Gedanke, der weh tut.

Umso wichtiger ist es, einen effektiven Lösungsweg zu finden, um Erektionsprobleme erfolgreich den Garaus zu machen.

Nur wie?

Genau darum geht es in diesem Artikel.

In den nächsten 15 Minuten wollen wir die Frage klären:  Wie kannst du deine Erektionsstörung erfolgreich beheben?

Ein Problem, viele Ursachen

„Ich bin beim Sex so nervös, dass ich gar keinen hochbekomme!“

„Kurz vor dem ersten Eindringen macht „er“ einfach immer schlapp!“

„Zuerst läuft alles super, aber nach zwei, drei Minuten spiele ich Mikado mit gekochten Nudeln!“

„Mein Penis wird nur noch halbgar, ich sehne mich nach einer starken Erektion, so wie früher!“

So variabel Erektionsstörungen auftreten, so unterschiedlich sind auch deren Ursachen.

Der erste und wichtigste Schritt beim bekämpfen deiner Erektionsprobleme ist es also, zunächst herauszufinden, wo der Ursprung DEINER Erektionsstörung zu finden ist.

Nachfolgend erläutere ich dir daher zunächst die typischen Ursachen und beschreibe dann geeignete Methoden um genau diese aus der Welt zu schaffen.

Beachte dabei allerdings, dass deine Erektionsprobleme mehreren Ursachen parallel entspringen können.

Legen wir los!

Mentale Ursachen – bei den meisten liegt das Problem im Kopf!

Sehr, sehr oft entstehen Erektionsprobleme im Kopf und haben gar keine direkten körperlichen Ursachen. Besonders bei jungen Männern ist die vorwiegende Ursache meist psychischer Natur.

Sex ist in der heutigen Zeit ein sehr erwartungsbeladenes Thema geworden. Die Pornoindustrie, aber auch Hollywood und die gesamte Medienlandschaft tragen dazu bei, dass Sex idealisiert wird.

Männer sehen ihre Attraktivität und Männlichkeit häufig in Abhängigkeit von ihrer Performance im Bett. Daraus resultiert etwas, dass bei einer lustvollen und emotionalen Aktivität wie Sex wirklich nichts verloren hat: Leistungsdruck!

Wir Männer kennen ihn alle, diesen Leistungsdruck:

„Wie schaffe ich es, sie so richtig um den Verstand zu bringen?“

„Hoffentlich macht mein Ding nicht schlapp!“

„Hoffentlich kann ich lange genug durchalten!“

„Ich muss sie unbedingt zum Orgasmus bringen!“

„Was denkt sie von mir, wenn ich versage?“

Mit solchen Gedanken einher gehen fast immer negative Gefühle und Emotionen. Diese reichen von Nervosität und Druck bis hin zu hohem Stress und Angst.

Frage dich nun einmal selbst:

  • Fühle ich mich beim Sex unter Druck gesetzt?
  • Bin ich vor und während des Sex oft nervös oder aufgeregt?
  • Habe ich Angst davor, es meiner Partnerin nicht recht zu machen?
  • Habe ich Angst davor, keinen hochzubekommen oder zu früh zum Orgasmus zu kommen?
  • Fühle ich mich gegenüber meiner Partnerin minderwertig?

All diese Fragen weisen darauf hin, dass beim Sex bei dir negative Gedanken mitschwingen.

Wie nun soll in dir eine authentische, lustvolle Erregung aufkommen, wenn deine Gedankenwelt von Druck, Stress oder Nervosität geprägt ist?

Wir Männer sind evolutionsbedingt darauf programmiert, bei solchen Gefühlen unsere Erektion zu verlieren. Denn für unsere steinzeitlichen Vorfahren bedeutete Angst und Nervosität meist nur eines: Eine Gefahrensituation ist in Verzug (ein Säbelzahntiger oder Krieger eines fremden Stammes nähert sich)!

Um besser für die anbahnende Gefahr gewappnet zu sein (Kampf oder Flucht?), ist der Körper darauf konditioniert eine Erektion bei Ausschüttung von Angst- oder Stresshormonen schnell abzubauen. Denn mit einem Ständer zwischen den Beinen kann man weder gut kämpfen, noch flüchten.

Was damals eine überlebensnotwenige Funktion des männlichen Körpers war, fällt vielen Männern heute nur noch zur Last. Denn ob der Mann sich nun vor einem Säbelzahntiger oder dem sexuellen Versagen fürchtet, kann unser Körper nicht differenzieren.

Was also kann getan werden, um mentale Ursachen loszuwerden?

Körperliche Entspannung und die richtige Atmung

Nun gibt es eine weitere physische Programmierung unseres Körpers, die du dir ausgezeichnet zu Nutze machen kannst:

Der menschliche Körper ist physiologisch nicht darauf ausgelegt, bei voller körperlicher Entspannung, Angst und Stress zu verspüren.

Du kannst deine mentale Verfassung also zu einem gewissen Grad über deinen Körper steuern.

Halte deinen Körper in sexuellen Situationen in einem entspannten Modus. Horche in deinen Körper hinein. Achte darauf, dass du in der Eifer des Gefechts nicht verkrampfst, sondern einen bequemen und lockeren Muskeltonus hast.

Du wirst überrascht sein, wie effektiv du damit Angst und Nervosität los wirst.

Unterstütze dieses Vorgehen durch eine tiefe und ruhige Bauchatmung. Atme tief ein, sodass sich deine Bauchdecke beim Einatmen weit nach außen wölbt.

Die Bauchatmung sorgt automatisch für körperliche und mentale Entspannung und hilft dir dabei, selbstsicherer und ruhiger zu werden.

Das gilt übrigens nicht nur beim Sex!

GANZ wichtiger Hinweis: Viele Männer wenden diese Methode erst dann an, wenn das Problem schon akut ist. So richtig Effektiv ist die Entspannung und Bauchatmung aber erst dann, wenn du sie schon frühzeitig einsetzt. Also auf jeden Fall schon beim Vorspiel, gerne auch schon früher!

Gefühle zulassen und annehmen

Es ist nicht selten, dass Männer sich beim Aufkommen erster Erektionsprobleme schnell Sorgen machen. Einmal schlaff gemacht, ist die Angst oft groß, dass dieser Faux-Pas sich wiederholen könnte.

Die Folge ist oft, dass man in eine negative Gedankenspirale verfällt.

Die Angst vor den Erektionsproblemen wird dann gleichzeitig auch zu deren Ursache!

Ein Teufelskreis, denn wenn der Penis dann „versagt“, bestätigt das die Angst und vergrößert diese beim nächsten Mal.

Viele Männer bemühen sich dann darum, aufkommende Ängste und Aufregung zu verdrängen. Das klappt aber selten, bis nie!

Die Meditation lehrt uns, dass der beste Weg, sich von Ängsten zu distanzieren der ist, genau diese erst einmal zuzulassen und sich nicht dagegen zu wehren. Dies ist der erste wichtige Schritt aus einer negativen Gedankenspirale!

In einem zweiten Schritt, machst du dir klar, dass du diesen Ängsten keinen Wert beizumessen brauchst.

Was ist wirklich das Schlimmste, das passieren kann? Dir wird klar werden, dass ein vermeintliches „Versagen“ kein Weltuntergang ist und dass deine Ängste oft völlig überzogen sind.

Erkenne deine Ängste als das, was sie sind: Gedanken, mit denen du dich nicht identifizieren brauchst. Gedanken, die nicht ein Teil deiner Person sind.

Lerne, dass du deine Ängste nicht ernst nehmen musst!

Wenn du dich bereits in einer recht verzwickten Gedankenspirale befindest, dann empfehle ich dir, mit dem Meditieren anzufangen. Sie hilft dir dabei, dich von deinen Ängsten zu lösen (nicht nur beim Sex).

Schlussendlich sei noch dazu erwähnt, dass es bereits vielen Männern geholfen hat, mir ihrer Partnerin offen über ihre Erektionsstörung zu sprechen. Das nimmt wahnsinnig viel Leistungsdruck aus der Situation und ist sehr befreiend. Denn die meisten Frauen reagieren sehr verständnisvoll!

Wenden wir uns nun der nächsten Ursache zu:

Mangelnde Erregung

Begeben wir uns in das Reich der neu aufstrebenden „NoFap“-Bewegung! Es gibt mittlerweile viele tausende Männer weltweit, die Masturbation und Pornos aus ihrem Leben ausgeschlossen haben. Das zu Grunde liegende Problem ist meist immer der gleiche: Erektionsprobleme und weniger Spaß am Sex.

Auch hier sprechen wir häufig von jüngeren Männern.

Was ist passiert?

Der exzessive Pornokonsum hat vielen Männern die Birne weich gemacht! Unser Gehirn sieht bei einer ausgiebigen Porno-Sitzung am Laptop in 10 Minuten mehr paarungswillige Weibchen als unsere Vorfahren in ihrem gesamten Leben!

Dazu kommt noch, dass in Pornos Fantasien vorgelebt werden, die zwar sehr anregend sind, aber mit echtem Sex selten etwas zu tun haben.

In anderen Worten: Pornos überreizen unser Gehirn erheblich. Und schlimmer noch: unser Gehirn gewöhnt sich an diese Reize.

Vielen Männern ist dann „gewöhnlicher“, echter Sex nicht mehr reizvoll genug. Es kommt keine richtige psychische Erregung auf. Das Gehirn sehnt sich nach stärkeren Reizen. Und dies wirkt sich dann, wie du dir logisch erschließen wirst, auch auf die Qualität der Erektion aus. Denn ohne geistige Erregung gibt es auch keine vernünftige körperliche Erregung.

Ähnlich verhält es sich mit der Masturbation: Evolutionär betrachtet teilt jede Ejakulation (egal ob in eine Frau oder ein Tempotaschentuch) deinem Gehirn mit: Wunderbar, du hast den Akt der Fortpflanzung vollzogen. Jetzt kannst du dich erstmal zurücklehnen!

Dein Drang nach Sex ist nach dem Onanieren also erstmal ganz unten.

Wenn du häufig onanierst, läufst du also mit einer permanent niedrigen sexuellen Spannung durch die Gegend. Auch das kann sich beim Sex auf deine psychische Erregungsfähigkeit auswirken.

Reflektiere hier dein eigenes Verhalten: Kommt diese Ursache für dich in Frage? Falls ja:

Reduziere Pornos und Masturbation (oder lasse beides am besten eine Zeit lang ganz sein).

Ich selbst habe mich vor einiger Zeit ebenfalls dazu entschieden und bin wirklich fasziniert von den enorm positiven Auswirkungen auf mein Sexleben!

Schlechter Lebensstil

Die Folgen eines schlechten Lebensstils kommen besonders bei Männern ab etwa 40 zum Vorschein. Meist sind es Männer, die beruflich stark eingebunden sind, einen stressigen Alltag haben und sich dabei wenig sportlich betätigen.

Doch der Reihe nach. Hier ist eine Auflistung von Dingen, die eine Erektionsstörung begünstigen können (reflektiere hier einmal mehr deinen eigenen Lebensstil):

  • Rauchen
  • Wenig Sport und Bewegung
  • Übergewicht
  • Ungesunde Ernährung
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Viel Stress im Alltag
  • Schlechter (oder zu wenig) Schlaf

Ganz besonders Herauszuheben sind hier die Punkte Stress und Bewegung.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die belegen, dass nur moderate aber regelmäßige sportliche Betätigung, Erektionsprobleme signifikant reduziert.

Auch Stress beeinflusst nachweislich die Erektionsfähigkeit von Männern (bedingt durch eine gehemmte Testosteronproduktion). Dieser Stress kann vielfältig sein und seinen Ursprung am Arbeitsplatz, in der Beziehung, oder im Mann selbst haben.

Reflektiere einmal, wieviel Stressquellen es in deinem Leben gibt und wie oft du gestresst bist. Eventuell nimmst du den Stress, den du hast, gar nicht bewusst wahr!

  • Machst du dir häufig Sorgen?
  • Bist du eifersüchtig?
  • Rödelst du von einem Termin zum nächsten?
  • Zwingst du dich Dinge zu tun, die dir eigentlich keinen Spaß machen?
  • Fühlst du dich häufig in sozialen Situationen überfordert?

Wenn du viel Stress in deinem Leben hast, ist es wichtig, dass du dir regelmäßig bewusst Zeit für Dinge nimmst, die dich entspannen! Vorzugsweise sportliche Aktivitäten (diese bauen das Stresshormon Cortisol ab). Aber auch Dinge wie Meditation, entspanntes Kochen oder das Verfolgen diverser Hobbies können dein Stresslevel hervorragend senken und dein seelisches Wohlbefinden fördern.

Erektionsstörung beheben – körperliche Ursachen

In wenigen Fällen können erektile Dysfunktionen auch einen körperlichen Ursprung haben! Davon sind junge Männer eher selten betroffen. Hier hilft meist nur eines:

Der Weg zum Arzt (Urologen)!

Dieser muss feststellen, wo genau die Ursache liegt. Gängige Auslöser sind hierbei oft venöse Lecks, Arterienverkalkung, Erkrankungen der Prostata oder Bluthochdruck.

Im Regelfall ist eine körperliche Ursache allerdings nur dann gegeben, wenn du überhaupt nicht mehr in der Lage bist eine Erektion zu bekommen.

Wenn es beim Masturbieren klappt und du gelegentlich auch noch mit einer sogenannten Morgenlatte gesegnet bist, dann ist ein körperlicher Ursprung deiner Erektionsprobleme unwahrscheinlich.

Training der Beckenbodenmuskulatur

Zu guter Letzt bleibt mir noch eine tolle Methode zu nennen, die besonders bei körperlichen Ursachen Hilfe versprechen kann: Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur!

Nur zwei Drittel unseres Penis sind außerhalb unseres Körpers. Ein Drittel befindet sich innerhalb unseres Beckens, wo es von der sogenannten Beckenbodenmuskulatur umschlossen ist. Diese ist mitverantwortlich für die Qualität unserer Erektion.

Du kannst sie einfach erspüren, indem du beim Urinieren den Urinstrahl unterdrückst. Die beanspruchte Muskulatur ist die Beckenbodenmuskulatur (auch PC-Muskel genannt).

Eine Stärkung des PC-Muskels fördert die Qualität deiner Erektion und deine Standfestigkeit.

Du kannst ihn jederzeit im Alltag trainieren, indem du ihn so fest wie möglich anspannst und dann wieder entspannst, bis sich nach einer Zeit ein Ermüdungsgefühl im Muskel einstellt.

Achte dabei darauf, dass du während der Anspannungsphase den Rest deines Körpers entspannt hältst und in der Entspannungsphase wirklich dafür sorgst, dass deine Beckenbodenmuskulatur komplett entspannt ist.

So, das soll es fürs erste gewesen sein! Glückwunsch, du hast dich durch einen langen Artikel gekämpft! Wenn du noch offene Fragen hast, stell sie gerne in den Kommentaren! Ich beantworte sie gerne.

Weitere Infos und Artikel zu Erektionsproblemen und wie du besseren Sex hast findest du auf Lovebetter.de.

Ich wünsche dir alles Gute und eine erfüllende Sexualität!

Dein Chris

Über Chris Flanagan 2 Artikel
Chris Flanagan ist Onlinecoach und Blogger rund um das Thema Sexualität. Auf seiner Webseite Lovebetter hilft er Männern sexuelle Probleme zu überwinden, die Sexualität des weiblichen Geschlechts besser zu verstehen und einfach intensiveren, leidenschaftlicheren Sex zu erleben.

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