Ein Mann ein Freund – Männerfreundschaften finden und leben.

Martin Rheinländer beim Männertag der MMI-Mainz

Foto: privat

In meinem Artikel Warum ich gerne zum Internationalen Maennertag gehe habe ich schon einiges zum Internationalen Männertag geschrieben.

Dort hatte ich auch schon auf den Männertag im November 2016 hingewiesen, der diesmal aus organisatorischen Gründen erst einige Tage später als der offizielle Termin stattfand.

Männerfreundschaften war das Thema
Die Veranstaltung 2016 stand unter dem Motto

Ein Mann ein Freund – Männerfreundschaften finden und leben.

Männerfreundschaften! Das weckt bei vielen Menschen unterschiedlichen Assoziationen.

Einige denken dabei an Seilschaften alter einflussreicher Männer, wie Helmut Kohl oder Franz-Josef Strauß.

Andere denken an schwule Männerverbindungen und wieder andere an die Stammtischbrüder bei denen es nur um Saufen, Autos, Fußball und Weiberärsche geht.

Letztlich kann das ja Jeder handhaben wie er möchte, allerdings gibt es auch noch eine andere Qualität von Männerfreundschaften und es würde vielen Männer sehr gut tun sie auch zu leben.

Gastredner war Martin Rheinländer
Als ich erfuhr, wer der Gastredner des Abends war, war die Freude groß. 🙂

Kein geringer als Martin Rheinländer, die eine Hälfte von www.männlichkeit-staerken.de, der zusammen mit seinem Partner Sven Phillip auch schon je einen Artikel im MPN veröffentlicht hatte.

Ich kannte die beiden bisher nur virtuell bzw. über Telefon und jetzt bot sich die Gelegenheit zumindest einen von beiden persönlich kennen zu lernen.

Und dann war es soweit. Ungefähr 40 Männer saßen im Stuhlkreis. Keiner unter 45 Jahren und Alle lauschten einem jungen Mann von unter 30. Es hatte schon etwas Spezielles das zu sehen. Martin begeisterte aber sofort die deutlich älteren Männer mit seiner lockeren und lässigen Art und seiner Natürlichkeit.

Aber auch was er uns mitteilte hatte Hand und Fuß.

Martin konnte viel aus eigener Erfahrung berichten. Er selbst ist den teilweise steinigen und mühsamen Weg gegangen von einer inneren Haltung des „Ich brauche niemanden und zeige mich nicht“ hin zu einem herzlichen und offenen sich zeigen bei anderen Männern mit allen Schwächen und Unzulänglichkeiten.

Wie ist der Status quo bei den meisten Männern?
Viele Männer kommen in ihrem Job, ihrem Beruf sehr gut klar und füllen die ihnen dort zugedachten Rollen perfekt aus. Im privaten Leben funktionieren diese Rollen oft nicht. Die Frau oder Partnerin fordert und verlangt ganz andere Qualitäten. Hier kann der Mann sich nicht hinter Titeln und Hierarchien verstecken sondern er muss präsent sein und sich vollständig in seinem ganzheitlichen Mann-sein präsentieren. Die einfachste Art dem aus dem Weg zu gehen, ist der Partnerin immer Recht geben und ja keinen Grund zu liefern ihren Zorn zu entfachen.

Viele Männer kommen damit nicht zurecht, weil sie nie gelernt haben ihre eigenen Bedürfnisse über den Job hinaus zu erkennen und zu leben. Auch bei den wenigen eigenen sozialen Kontakte die sie haben spielen sie Rollen und sind weit von sich entfernt.

Wenn der einzige Freund eines Mannes die eigene Frau ist, dann hat er schon verloren.

Wie kommt Mann raus aus diesem Dilemma?
Um diese Frage zu beantworten ist es gut sich selbst mal zu hinterfragen. Sich selbst mal die eigene Situation einzugestehen. Viele Männer leiden still vor sich hin und haben sich selbst noch gar nicht ihre Angst vor Gefühlen und Nähe und auch vor Konflikten mit Frauen eingestanden.

Ein sehr guter Weg da raus zu kommen ist, sich mit anderen Männern in Kontakt zu begeben. Das ist zwar erst mal leichter gesagt als getan, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich früher überhaupt keine anderen Männer kannte, mit denen ich tiefgehende Gespräche führen konnte. Es gab zwar manchmal Gemeinsamkeiten wie Musik oder Hobbies uns verbunden haben und in diesen Fachgebieten konnten wir uns sehr nahe kommen aber es wurde nie darüber gesprochen, wie wir uns fühlen und welche Konflikte wir gerade mit unseren Frauen austrugen.

Auch haben wir uns nie umarmt. Wenn ich mich mit meiner Frau zusammen mit einem anderen Paar getroffen habe, dann war es das höchste der Gefühle, dass wir uns recht widerwillig von der jeweils anderen Frau haben umarmen lassen. Wir Männer haben uns nur gegenseitig auf eine sehr kernige Art und Weise die Hände geschüttelt um nicht zu sagen fast zerquetscht. 🙂

Erst als meine Frau sich von mir getrennt hatte und ich auf meinen bewussten Weg zu mir selbst kam habe ich etwas anderes kennen gelernt.

Ich bin damals einmal die Woche mit einem Freund ins Fitness-Studio gegangen und danach haben wir in die City, haben was gegessen und getrunken und uns unterhalten.

Wir haben das ca. 2 Jahre so gemacht. Mit der Zeit bekamen die Gespräche immer mehr Tiefe und Gehalt. Es entwickelte sich eine Vertrautheit die vorher nicht da war. Ich lernte diesen Mann von einer ganz anderen Seite kennen. Die meisten Menschen die ihn kannten und auch ich hielten ihn für oberflächlich und für einen Schwätzer, der zwar viel redete aber nicht wirklich etwas zu sagen hatte.

Ich lernte ihn nach und nach von einer ganz anderen Seite kennen und wertschätzen und auch ich konnte mich immer mehr öffnen und es entwickelte sich eine richtig gute Freundschaft, die uns beide nährte. Und natürlich haben wir uns dann irgendwann zur Begrüßung und zum Abschied umarmt. 🙂

Und was hatte Martin dazu zu sagen?
Martin erklärte uns älteren Männern sehr authentisch welche Erfahrungen er mit diesem Thema gemacht hat. Offensichtlich ist die Hemmschwelle bei jüngeren Männer für körperliche Berührungen unter Männern wesentlich niedriger und damit auch die Angst vorm schwul-sein.

Er erklärte uns auf seine jugendlich charmante Art, wie sehr er den Kontakt mit anderen Männern schätzt. Wie es ihn stärkt, wenn er sich mit anderen Männern über seine Themen austauschen kann. Es sei ein gegenseitiges Bestärken, ein Geben und Nehmen.

Durch diesen intensiven Austausch könnten Männer andere Männer besser verstehen. Dieser Blick hinter die Fassade zeige den Männer, dass andere Männer ähnliche Probleme haben und sie nicht alleine auf der Welt damit sind.

Indem sich Männer Zeit für andere Männer nehmen würden, erhalten sie auch Zeit für sich selbst. Sie lernen sich selbst durch den Anderen besser kennen und lernen auch wie es sich anfühlt ohne das übliche Konkurrenzgebahren, dass sie aus dem beruflichen Umfeld kennen, mit Männern in Kontakt zu sein.

Das ist oft eine ganz neue Erfahrung, mal nicht in Konkurrenz gehen zu müssen oder es auf eine leichte herzliche und spielerische Art zu machen.

Und: Wenn in einer Gruppe Männer eine Frau auftaucht, dann fangen sie sich meistens an völlig anders zu verhalten. Dann setzt plötzlich ein Balzverhalten ein und die gesamte Aufmerksamkeit ist auf die Frau ausgerichtet. Man kann sagen, die Männer sind nicht mehr bei sich sondern bei DER Frau. Das ist ja an für sich nichts Schlimmes und liegt uns vermutlich in den Genen, aber es zeigt, dass es wichtig ist, dass Männer ab und zu völlig unter sich in der Energie im Kreis der Männer sind.

Was gibt es sonst noch Besonderes an Männerfreundschaften?
Auch wenn es sehr wichtig ist, dass Männer sich untereinander zeigen und offen dafür sind sich gegenseitig ihre Probleme zu zeigen, ist es doch genauso wichtig, dass Männer etwa zusammen machen.

Männer sind auch Macher und sie fühlen sich wohl wenn sie gemeinsam etwas tun.

  • Eine Hütte bauen
  • Das Auto zu reparieren
  • Gemeinsam Campen
  • Raus in die Natur
  • Gemeinsam Fußball spielen
  • Überhaupt zusammen Sport machen.
  • Spielerisch in Konkurrenz gehen.
  • Wer ist der Beste beim Bowling spielen
  • Welches Team hat die meisten Tore geschossen
  • Wer war der schnellste beim Halb-Marathon
  • u.v.m.

Einfach just for Fun und aus der Freude heraus. Der Gewinner gibt dann einen aus. 🙂

Männer fühlen sich wohl, wenn sie körperlich gefordert sind und sie das Gefühl von Freiheit und Abenteuer spüren, wenn das Testosteron sprudelt.

Wie ging es weiter beim Männerabend?
Ich glaube, dass die Erkenntisse bei den anwesenden Männern enorm waren.

Wir haben uns dann in kleinen Gruppen gegenseitig erzählt, wie und was unsere Erfahrungen mit Männerfreundschaften sind.

Die meisten Männer kannte etwas in der Art, aber die meisten sagten auch, dass ihnen erst am heutigen Abend klar geworden ist wie wichtig und nährend tiefgehende Begegnungen unter Männern sind und dass sie in Zukunft dafür sorgen wollen, dass sie mehr davon in ihr Leben bringen wollen.

Alles in allem ein sehr bewegender Männer-Abend, der seinem Namen alle Ehre gemacht hat.

Herzlichen Dank an Martin, den ich zu den Jungen Wilden der Männer-Arbeit zähle und an die Männer der MMI-Mainz, für den Mut, mal an einem Männertag andere Wege zu gehen.

Ich freue mich schon auf den Internationalen Männertag 2017.

Mehr zum Thema Männerfreundschaften findest du hier:
www.maennlichkeit-staerken.de/mann-sein/maennerfreundschaft/

 

Über Tom Süssmann 33 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Er arbeitet mit großer Leidenschaft als WebDesigner+Coach und er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit, seit 2009 auch mit der Jungen-Arbeit.

Die Idee einer eigenen Website für Männerthemen entstand schon 2007 kurz nachdem er das Initiations-Wochenende von ManKind Project Deutschland durchlaufen hatte.

Tom: "Ich hatte damals im WWW recherchiert, aber nur wenig Information zur Männer-Arbeit gefunden. Da enstand die Idee etwas eigenes zu machen"

Tom's neustes Projekt heißt: Einfach Mannsein! Mannsein erscheint heute oft als schwierig. Tom zeigt hier wie es auch einfacher gehen kann.

Neben der Männer-Arbeit, für die er auch ein spezielles Männer-Coaching anbietet, liegt Tom auch am Herzen Menschen dabei zu unterstützen ihre Berufung, Herzensarbeit kurz VLV zu finden und davon leben zu können.

In seiner WebAgentur schließlich erstellt er für seine Kunden individuelle Webseiten und unterstützt sie mit Ganzheitlichem WebDesign.

Mehr über Tom ->

Tom im Web:
Einfach Mannsein!
www.süssmannWeb.de
Ganzheitliches WebDesign
www.ganzheitlicher.Coach
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