Ein Hoch auf die Komfortzone | 5 Gründe warum sie gut für dich ist

Ein Loblied auf die Vielgeschmähte. :-)

Foto: Pixabay | Wokandapix

Vielleicht kennst du diese Sprüche auch:

  • In der Komfortzone findet kein Wachstum statt
  • In der Komfortzone wirst du faul und träge
  • In der Komfortzone gibt es keine Herausforderungen

Das klingt jetzt so, als ob die Komfortzone etwas negatives, etwas schlechtes wäre.

Etwas was du tunlichst vermeiden solltest und wo du dich besser nicht aufhalten solltest.

Die Komfortzone hat einen schlechten Ruf und wie ich finde völlig zu Unrecht.

Warum ich das glaube, zeige ich dir in diesem Artikel.

Um die Komfortzone und ihren Sinn besser zu verstehen ist es gut sich die drei Zonen, die es gibt zu verdeutlichen.

  1. Die Komfortzone
    Sie ist die Zone in der wir uns sicher fühlen. Hier können wir die Dinge aus dem ff und brauchen nicht lange zu überlegen um etwas zu tun. Hier ruhen wir aus.
  2. Die Herausforderungszone
    Hier stellen wir uns Dingen, die wir noch nicht beherrschen. Dingen, die uns vielleicht sogar Angst machen. Hier vermehren wir unser Wissen und unser Können. Hier wachsen wir.
  3. Die Überforderungszone
    Hier stellen wir uns Aufgaben, die (noch) eine Nummer zu groß für uns sind. Diese Aufgaben können wir bei unserem derzeitigen Entwicklungsstand noch gar nicht meistern. Sie lähmen und blockieren uns. Deshalb wachsen wir hier nicht, sondern schrumpfen eher, weil wir frustriert werden durch unser scheinbares Versagen.

Bei mir persönlich hatte die Komfortzone lange Zeit auch diesen schlechten Ruf und ich hatte ebenfalls diese negative Einstellung wie eingangs beschrieben.

Meine Einstellung hat sich erst geändert, als der 1. Vorsitzende von BoysToMen Mentoring Deutschland (BTM DE),  wo ich mich damals sehr stark ehrenamtlich engagierte, sagte:

„Männer, wir müssen lernen die J-Groups aus der Komfortzone heraus zu machen“

Was meinte er damit?

Nachdem ein Junge das BTM Abenteuer Wochenende (ein Initiations-Wochenende für Jungs von 12-18 Jahren) durchlaufen hat, hat er die Gelegenheit alle 14 Tage an einer J-Group teilzunehmen. Dort treffen sich die initiierten Jungen mit Mentoren und werden auf ihrem Weg zum Mann-Sein begleitet.

Diese Treffen sind für die Mentoren sehr zeitaufwendig, weil sie vorbereitet werden und die Jungen in der Regel abgeholt und wieder heimgefahren werden müssen. Die Mentoren sind alle ehrenamtlich dabei neben ihres normalen Jobs und die Gefahr, dass diese Männer sich ausbrennen und sich überfordern ist sehr groß.

Deshalb sagte der 1.Vorsitzende: Wir müssen lernen diese ehrenamtliche Arbeit, die unsere Herzensarbeit ist, aus der Komfortzone heraus zu machen. Also ohne, dass wir uns permanent in der Herausforderungs- oder gar Überforderungszone befinden und Gefahr laufen auszubrennen.

Da ist mir schlagartig klar geworden: Die Komfortzone hat auch etwas Gutes.

Dieses Gute habe ich hier in 5 Punkten zusammengefasst. Möglicherweise gibt es sogar noch mehr Gründe. Wenn dir noch etwas einfällt, dann schreib es bitte als Kommentar unter den Artikel.

1. Du kannst dich in ihr ausruhen.
Wie? Was jetzt. Das soll ein Vorteil sein? Ich denke da findet kein Wachstum statt?

Genau, denn es ist auch sehr wohltuend mal nichts zu tun. Einfach die Seele baumeln lassen, wie man so schön sagt.

Stell du dir einmal vor, du würdest dich permanent in der Herausforderungszone aufhalten und dich einer Herausforderung nach der anderen stellen.

Ganz schön anstrengend wäre das und du würdest dich vermutlich sehr schnell in der Überforderungszone wieder finden. 🙂

Also entspanne dich und erlaube dir auch immer wieder mal nichts zu tun, nicht zu wachsen und das erreichte zu genießen.


2. Du tust das was du gut kannst
Wenn ich etwas aus der Komfortzone tue, dann tue ich etwas was ich schon kann.

Und? Was ist daran so schlimm? Ich bin vor einigen Jahren bei der Website-Erstellung von einer händischen Programmierung auf ein sogenanntes CMS (Content Management System) umgestiegen. Damals noch Joomla, heute arbeite ich nur noch mit WordPress.

Händische PHP-Programmierung konnte ich aus dem eff eff. Da hatte ich mich sehr gut eingearbeitet und mir viele Routinen erstellt. Ein CMS war dann aber zunächst eine riesengroße Herausforderung. Ich musste mein komplettes Denken umstellen und meine bisherigen Skills waren schlagartig nichts mehr wert.

Aber dann, oh Wunder, hatte ich es gelernt, ich hatte es drauf. Ab da habe ich dann Websites wieder aus der Komfortzone erstellt. Und das war gut so. Wenn ich mir für jede Webiste wieder neue Fähigkeiten aneignen müsste, dann bräuchte ich bis zur Fertigstellung wesentlich länger und müsste meinen Kunden Stundensätze in Rechnung stellen, die nicht mehr in der Relation zur erbrachten Leistung stehen würden.

Die Bereiche in denen du gut bist, die du schon sehr gut kannst, die tust du aus der Komfortzone heraus.


3. Mit jeder Herausforderung der du dich stellst, vergrößerst du deine Komfortzone
Das sollten sich mal alle Komfortzonen-Hater vor Augen führen. 🙂

Das paradoxe an den Herausforderungen ist ja, dass du mit jeder gemeisterten Situation deine Komfortzone vergrößerst.

Du hast dich Neuem gestellt und dazu gelernt, hast neue Erfahrungen gemacht und deine Skills vergrößert und plötzlich ist die Herausforderung gar keine mehr und du bist wieder da wo alle sagen, dass du aus ihr raus sollst: In der Komfortzone.

Je größer deine Komfortzone ist, um so mehr hast du drauf. 🙂


4. Sie ist deine Belohnung
Uns neuen Dingen zu stellen ist oft anstrengend. Wir müssen unseren Inneren Schweinehund überwinden. Wir müssen kämpfen und manchmal Entbehrungen auf uns nehmen.

Wenn du es dann geschafft hast ist es gut, dich dafür zu belohnen.

Was ist dafür besser geeignet als, die Komfortzone.

Vor einigen Jahren bin ich jeden Donnerstag mit einem Freund ins Circle-Training gegangen. Das hat mich stark heraus gefordert, war anstrengend und manchmal richtig hart. Ich habe es gemacht, weil ich wusste es tut mir gut etwas für meinen Körper und meine Ausdauer zu tun.

Während des Trainings habe ich mir dann oft das kühle Hefeweizen vorgestellt, dass ich anschließend mit meinem Kumpel trinken würde.

Es war die Belohnung für meine Selbstüberwindung und meine Disziplin.

Wenn du dich also mal wieder erfolgreich einer Herausforderung gestellt hast, dann vergiss nicht wieder in deine Komfortzone zu gehen und dich dafür angemessen zu belohnen.


5. Auch in der Komfortzone kannst du wachsen
OK, jetzt denkst du vielleicht: Das ist zu viel, jetzt spinnt er wirklich. 🙂

Wie soll das möglich sein?

Es ist so: Auch innerhalb der Komfortzone gibt es, wie in allen drei Zonen unterschiedliche Bereiche.

In der Herausforderungszone gibt es den Bereich der noch sehr nah an der Komfortzone dran ist. Ich kann mich ein wenig hinaus wagen und die Grenze in kleinen Schritten vergrößern.

Ich kann mich aber auch mit einem Schritt sehr weit hinaus wagen und mich richtig fordern.

Es gibt aber auch den Bereich, der sehr nah an der Überforderungszone angesiedelt ist der möglicherweise nicht so förderlich ist für mich, weil die Herausforderung doch ziemlich groß ist und ich anfange zu zweifeln, ob ich es schaffe und damit wieder schrumpfe.

Für die Komfortzone gilt das gleiche.

Im unteren Bereich, wenn ich mich nur und ausschließlich in meinen Bequemlichkeiten aufhalte, nur auf der Couch rumgammle und chille ohne Ende, dann findet kein Wachstum statt. Im Gegenteil, das ist die beste Voraussetzung um zu degenerieren und quasi weniger zu werden, weil ich dann auch meine schon vorhandenen Skills wieder verliere.

Wenn ich in einer bestimmten Angelegenheit die Dinge tue, die ich sehr gut kann, dann werde ich immer mehr Erfahrung in diesem Bereich sammeln und immer sicherer, stärker und besser darin werden.

Auch das ist eine Form von Wachstum, selbst wenn ich nicht unbedingt etwas Neues lerne.

Wachstum heißt also nicht unbedingt etwas Neues dazu zu lernen, sondern auch darin besser zu werden, was ich schon kann.


Fazit
Nur um das nochmal klarzustellen. Ich sehe es auch so, dass es enorm wichtig ist, die Komfortzone relativ oft zu verlassen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das Leben ist nun mal Veränderung und Stillstand ist der Tod.

Richtig ist auch: Wenn ich mich NUR in meiner Komfortzone und auf meiner Couch aufhalte, dann kann ich mich nicht mehr weiter entwickeln.

Aber die Komfortzone hat eben auch ihr Gutes und ihren Sinn. Das wird leicht übersehen. Wichtig ist hier, wie so oft im Leben die richtige Balance zu finden.

Die Komfortzone gibt und die Kraft sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen und so zu wachsen.

Und letztlich geht es ja immer auch darum, die größtmögliche und beste Version von mir zu erschaffen.

Über Tom Süssmann 32 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Er arbeitet mit großer Leidenschaft als WebDesigner+Coach und er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit, seit 2009 auch mit der Jungen-Arbeit.

Die Idee einer eigenen Website für Männerthemen entstand schon 2007 kurz nachdem er das Initiations-Wochenende von ManKind Project Deutschland durchlaufen hatte.

Tom: "Ich hatte damals im WWW recherchiert, aber nur wenig Information zur Männer-Arbeit gefunden. Da enstand die Idee etwas eigenes zu machen"

Tom's neustes Projekt heißt: Einfach Mannsein! Mannsein erscheint heute oft als schwierig. Tom zeigt hier wie es auch einfacher gehen kann.

Neben der Männer-Arbeit, für die er auch ein spezielles Männer-Coaching anbietet, liegt Tom auch am Herzen Menschen dabei zu unterstützen ihre Berufung, Herzensarbeit kurz VLV zu finden und davon leben zu können.

In seiner WebAgentur schließlich erstellt er für seine Kunden individuelle Webseiten und unterstützt sie mit Ganzheitlichem WebDesign.

Mehr über Tom ->

Tom im Web:
Einfach Mannsein!
www.süssmannWeb.de
Ganzheitliches WebDesign
www.ganzheitlicher.Coach
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