Einfach Mannsein!

Ein neues und wirksames Konzept für ein gesundes Mannsein

Foto: Pixabay | cocoparisienne

Mannsein scheint heute eine ziemlich schwierige und komplizierte Angelegenheit zu sein.

Männer sollen stark und kraftvoll sein, aber auch ihre schwache und gefühlvolle Seite zeigen.

Sie sollen der Ernährer sein, sich aber auch im privaten Bereich und in der Kindererziehung einbringen.

Sie sollen der perfekte Liebhaber, aber nicht sexistisch sein.

In der Werbung sind sie meist die Trottel, denen die Frau alles erklären muss.

Viele glauben, es sei das Wichtigste im Leben eines Mannes, seine Frau zufrieden zu stellen.

Also alles ganz schön kompliziert?

Ich habe mich gefragt: „Wo bleibt da der Mann?“

Was ist sein Eigenes, was ist seine Essenz?

Viele Männer haben darüber, die Anforderungen anderer zu erfüllen, vergessen, nach ihren eigenen Befürnissen zu schauen und für sich selbst zu sorgen.

Wer bin ich als Mann?
Diese Frage stellen sich derzeit noch die wenigsten Männer.

Die meisten sind verunsichert darüber, was ihre Rolle und Position als Mann angeht. Männer sollen vielen widersprüchlichen Anforderungen gerecht werden (siehe oben).

Im privaten Bereich sagen ihnen oft die Frauen, wie sie sein sollen und wo es lang geht. Im Job sehen sie sich wieder mit anderen Anforderungen konfrontiert.

Wenn sie selbst Vater sind, müssen sie sich wieder anderen Herausforderungen stellen.

Um möglichst vielen Männern zu einem Zugang zu sich selbst als Mann zu verhelfen, habe ich die „Basics als Mann“ definiert.

  1. Die Aussöhnung mit dem Vater
  2. Die gesunde Ablösung von der Mutter
  3. Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
  4. Warum bist du hier?

Um als Mann in deine volle Kraft zu kommen, ist es wichtig, dass du dir diese Basics des Mannseins erarbeitet hast.

Wenn einem Mann wichtige grundlegende Elemente des Mannseins fehlen, wird er nicht die positiven männlichen Eigenschaften entwickeln können und sein Leben als Mann verläuft flach.

  • Er kann sich nicht spüren und die Menschen in seiner Umgebung können es auch nicht.
  • Im Beruf ist er ein Mitläufer oder ein tyrannischer Chef.
  • Er kann seiner Partnerin nicht mit seiner Bewusstheit und seiner männlichen Kraft zur Seite stehen.
  • Tief in ihm drin wird er sich immer unsicher fühlen.

Wenn ein Mann die „Basics als Mann“ bearbeitet hat, kann er klarer mit seinem Mannsein umgehen und wird mit einem positiven Lebensgefühl in der Welt sein.

1. Die Aussöhnung mit dem Vater
Was fühlst du, wenn du an deinen Vater denkst?

  • Zieht sich alles in dir zusammen?
  • Wird es kalt in dir?
  • Spürst du Wut und Groll auf ihn?
  • Kommen dir die Tränen?
  • Bekommst du nie seine Anerkennung?
  • Fühlst du Gleichgültigkeit?
  • Fällt es dir schwer, ihm dankbar zu sein?
  • Kannst du ihm verzeihen?

„Wenn du mit deinem Vater auf Kriegsfuß stehst, dann stehst du mit deiner Männlichkeit auf Kriegsfuß.“
Nach Steve Biddulph

Die Aussöhung mit dem Vater machst du nur für dich!

Viele Männer verspüren einen Widerstand, sich mit ihrem Vater auszusöhnen.

Sie glauben, der Vater müsse den 1. Schritt zur Versöhnung tun, weil er ja schließlich das Leid über den Sohn gebracht habe.

Sie glauben, dass das Unrecht des Vaters dann nicht gesühnt würde oder, dass sie es im Nachhinein gut heißen würden.

Diese Denkweise schadet dem Sohn, weil er zeitlebens in der Verstrickung mit dem Vater verharrt und sich niemals von seinen negativen Einflüssen befreien kann.

Die Aussöhnung mit dem Vater macht ein Mann immer nur für sich selbst.

Nicht für den Vater!

Die Aussöhnung funktioniert auch dann, wenn der Vater schon verstorben oder wenn überhaupt kein Kontakt mehr vorhanden ist.

Dein Vater hat dich in deinem Mannsein geprägt.

Der Vater hat auf jeden Fall das Selbstverständnis des Sohnes als Mann geprägt.

Der Vater ist das erste Vorbild, das erste Role-Model für den Mann.

Dein Vater hätte dir zeigen sollen, wie die Welt funktioniert und was es bedeutet, ein Mann zu sein.

Aber vielleicht war dein Vater ganz anders und nicht so, wie du es als Junge gebraucht hättest.

  • Vielleicht war er gewalttätig und hat dich und / oder andere Familienmitglieder geschlagen.
  • Vielleicht war er körperlich da, aber emotional abwesend und hatte nie Zeit für dich.
  • Vielleicht war er komplett abwesend und du hast ihn nie kennen gelernt.
  • Vielleicht war er schwach und konnte dich nicht beschützen und sich nie gegen deine Mutter behaupten.
  • Vielleicht war er der dominante Übervater, gegen den du nie ankommen und dem du nichts recht machen konntest.
  • Vielleicht hat er dich nie umarmt und dir keine Anerkennung gegeben.
  • Vielleicht hattest du das Gefühl, dass du ihm lästig warst.

Wenn du deinen Vater ablehnst, dann lehnst du auch dein Mannsein ab.

Wenn du mit deinem Vater noch nicht im Frieden bist, bist du auch nicht im Frieden mit dir selbst und der Welt.

Dein Vater war dein erstes Vorbild als Mann. Von ihm hast du dein Selbstverständnis als Mann gelernt.

Wenn du ihn ablehnst lehnst, lehnst du auch dein Mannsein ab.

Weitere Informationen zum Thema Aussöhnung mit dem Vater findest du hier:
https://www.maennerportal.net/warum-du-dich-mit-deinem-vater-aussoehnen-solltest/

2. Die gesunde Ablösung von der Mutter

Um von und für Frauen frei zu sein und den nur den Männern vorbehaltenen Urgrund zu entdecken, muss ein Mann das „Mutterland“ verlassen.
„Feuer im Bauch“ Sam Keen

Frauen wollen einen erwachsenen Mann.

Für einen Mann ist es wichtig, eine gesunde Ablösung von der Mutter vollzogen zu haben.

In früheren Zeiten ist diese Ablösung durch Initiations-Rituale erfolgt, bei denen reife erwachsene Männer den Jungen aus dem mütterlichen Dunstkreis heraus gelöst haben und ihn als Mann zurück brachten.

Die meisten heutigen Männer haben diese Erfahrung im Jungendalter nicht machen können und sich bisher nicht mit diesem Thema auf andere Art und Weise auseinander gesetzt. Somit sind sie im „Mutterland“ gefangen und setzen diese unaufgelöste Beziehung mit ihrer Frau fort.

Unbewusst wollen sie in der Beziehung mit ihrer Frau immer „Mutter“ zufrieden stellen. Dadurch leben sie oft in einem Konflikt. Da sie ihre Frau zwanghaft zufrieden stellen wollen, vernachlässigen sie oft ihre eigenen Bedürfnisse.

Während sie in ihrem Beruf klare Entscheidungen treffen und Verantwortung tragen, sind sie im privaten Bereich unklar und überlassen alle Entscheidungen ihrer Frau.

Bei der gesunden Ablösung von der Mutter geht es nicht darum, jeglichen Kontakt zur Mutter abzubrechen oder gar ihr zu grollen. Deine Mutter hat immer ihr Bestes gegeben und das Beste für dich gewollt, konnte aber oft auf Grund ihrer eigenen unaufgelösten Themen nicht anders handeln.

Es geht darum, das Verhältnis zur Mutter neu zu definieren und ihr nicht mehr als der kleine Junge, sondern als erwachsener Mann gegenüber zu treten.

Davon profitieren alle: die Mutter, der Mann und auch die Partnerin des Mannes.

Roland Kopp-Wichmann definiert den erwachsenen Mann wie folgt:

„Ein Mann ist erwachsen, wenn er eine intime, gleichberechtigte Beziehung zu einem anderen erwachsenen Menschen über längere Zeit aufrechterhalten und genießen kann und zudem einen angemessenen Kontakt zu seinen Eltern pflegt.“

  • Die gesunde Ablösung von der Mutter verhilft dir als Mann zu einem besseren Standing im Leben.
  • Du kannst dich und deine Bedürfnisse besser spüren und wirst somit authentischer.
  • Du machst diese Ablösung nicht für deine Frau oder deine Mutter, sondern nur für dich selbst. Dennoch werden beide davon profitieren.
  • Du bist lebendiger und kannst dich in allen Lebensbereichen als Mann fühlen.

3. Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
Woran Du merkst, ob du noch emotional vom Weiblichen abhängig bist:

  • Du hast keine gesunde Streitkultur mit deiner Frau oder allgemein mit Frauen?
  • Geht es dir schlecht, wenn deine Partnerin sauer auf dich ist?
  • Ist deine Partnerin die emotional Stärkere?
  • Hältst du Dinge vor deiner Partnerin geheim aus Angst vor ihrer Reaktion?
  • Bemühst du dich ständig, deine Partnerin glücklich zu machen, aber sie ist nie zufrieden?
  • Bestraft dich deine Partnerin mit Sexentzug?
  • Ziehst du bei Auseinandersetzungen mit deiner Partnerin oft den Kürzeren?
  • Kannst du ihre Emotionalität aushalten, z.B. wenn sie weint oder wütend ist?
  • Trifft deine Partnerin die meisten Entscheidungen für dich und eure Beziehung?
  • Hast du für dich wichtige Dinge wie z.B. Hobbies, Freunde etc. aufgegeben, weil deine Frau das nicht gut fand?
  • Macht es dich wütend oder fühlst du dich ohnmächtig, weil du dich gegenüber deiner Partnerin oft nicht durchsetzen kannst?
  • Läufst du einer Frau hinterher, die kein klares Ja für dich hat?
  • Kommst du nur schwer über eine Trennungssituation hinweg?

Wenn du mehrere dieser Fragen mit JA beantwortet hast, dann hast du sehr wahrscheinlich deine emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen noch nicht beendet.

Rennst du noch DER FRAU hinterher?

DIE FRAU ist das Idealbild einer Frau, die Anima, die unerreichbare Göttin. Ein Mann, der dieses Bild noch unreflektiert in sich trägt, wird nicht in der Lage sein, einer realen Frau auf Augenhöhe zu begegnen und ihr mit seiner männlichen Kraft, seiner Bewusstheit und Klarheit zur Seite zu stehen.

Wenn ein Mann noch das archetypische Bild DER FRAU in sich trägt und sie zum Sinn seines Lebens macht, dann ist es Zeit, hier eine Veränderung herbei zu führen.

Auch wenn ein Mann die gesunde Ablösung von der Mutter vollzogen hat, kann es sein, dass er dennoch auf ungesunde Art und Weise mit Frauen in Beziehung geht.

Es wird ihm schwer fallen, bei sich zu bleiben und sein eigenes Standing zu entwickeln. Sein Denken kreist unentwegt um das Wohlbefinden der Frau und darum, wie er es ihr Recht machen kann.

  • Was denkt sie gerade?
  • Wie geht es ihr?
  • Was kann ich tun, damit es ihr gut geht?

Wohl gemerkt: es ist völlig in Ordnung als emotinal gesunder Mann für seine Frau zu sorgen. Deine Frau wird das genießen und es zu schätzen wissen.

Kommt dieses Tun aber aus einer emotionalen Abhängigkeit, dann fühlt sich das für sie auf Dauer nicht gut an. Nichts schreckt Frauen mehr ab, als ein Mann, der permanent an ihr klebt und der keine Eigenständigkeit hat.

Solange DIE FRAU noch die Noten für Deine männliche Starke verteilt, wirst du immer ein ungenügend bekommen.
nach John Eldredge

4. Warum bist du hier?

Ohne ein bewusstes Lebensziel ist ein Mann verloren. Er lässt sich treiben und passt sich den Ereignissen an, anstatt kreativ zu erschaffen.
David Deida

Was hat die Welt davon, dass es dich gibt?

Mission, Berufung, Lebensaufgabe, Herzensarbeit, Vorgeburtliche Lebensvision.

Diese Begriffe werden derzeit häufig verwendet und wirken oft schon sehr abgedroschen und inhaltsleer.

Es geht bei diesem vierten Basic nicht unbedingt darum, dass du einen neuen Beruf finden sollst, sondern dass du deinem Leben Sinn verleihst und dein Leben als Mann einer höheren Instanz widmest.

Die Frage: „Was hat die Welt davon, dass es dich gibt?“ ist also wesentlich tiefer gehend als eine Berufswahl.

Natürlich macht es Sinn, wenn du einen Beruf ausübst, der dich erfüllt und der dir Freude macht.

Es ist auch in Ordnung, wenn du für dich materiellen Wohlstand und ein dickes Gehalt anstrebst.

Aber das genügt nicht, um dich dich auf Dauer wirklich zufrieden zu stellen und ein erfülltes Leben als authentischer Mann zu führen.

Dies wird dir erst gelingen, wenn du dir die Sinnfrage „Warum bist du hier?“ gestellt und sie zufriedenstellend beantwortet hast.

Frag dich nicht, was die Welt braucht. Frage dich lieber, was dich lebendig macht, und dann geh hin und tue das Entsprechende. Denn die Welt braucht nichts so sehr wie Menschen, die lebendig geworden sind.
John Eldredge

Was treibt dich an?

  • Läuft dein Leben noch auf Autopilot oder spürst du deine Kraft und Kreativität?
  • Genügt es dir, dein Leben im Hamsterrad zu verbringen oder willst du der aktive Gestalter deines Lebens sein?
  • Lebst du fremdbestimmt oder kennst du deine eigene Essenz?

Wenn du versuchst, Erfüllung durch eine Arbeit oder deine Partnerin zu erlangen, dann wird dir das auf Dauer nicht gelingen.

Vielmehr ist es so, dass du schon erfüllt sein musst, um mit Liebe, Begeisterung und Hingabe deine Arbeit zu tun und als ganzheitlicher Mann im Leben und an der Seite deiner Partnerin zu stehen.

Wenn du deine Kernessenz und das, was dich als Mann ausmacht, kennst, dann bist du bereit, deine Gaben und Talente ins Leben und in die Welt einzubringen.

Die Welt wartet auf dich!

 

Über Tom Süssmann 48 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Tom Süssmann versteht sich selbst als Botschafter der Männersache.

Er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit und ist selbst durch viele Höhen und Tiefen des Mannseins gegangen.

Tom heute: "Die Männer-Arbeit hat mein Leben gerettet."

Tom begleitet als Männer-Coach andere Männer auf deren Weg zu einem authentischen Mannsein. Dazu hat er das Konzept "Einfach Mannsein!" entwickelt.

Mit den Basics als Mann gibt Tom Männern ein solides Fundament für ihrSelbstverständnis als Mann:
  • ■ Die Aussöhnung mit dem Vater
  • ■ Die gesunde Ablösung von der Mutter
  • ■ Emotionale Abhängigkeiten vom Weiblichen beenden
  • ■ Warum bist du hier?

Tom hat 2016 das www.MaennerPortal.Net (MPN) gegründet. Ein Portal, auf dem die verschiedensten Aspekte des Mannseins beleuchtet werden. Es ist mittlerweile eine beliebte Anlaufstelle für Männer, die sich mit dem Thema auskennen, aber auch für Männer, die erst anfangen. sich darüber zu informieren.

Mittlerweile hat sich das MPN zur Nr. 1 für Männer-Arbeit im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Tom im Web:
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