Kommt er oder kommt er nicht?

Warum Frauen so unterschiedlich auf die männliche Ejakulation reagieren

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Bist du überrascht, diese Überschrift zu lesen oder kennst du es aus eigener Erfahrung: Die eine Partnerin ist zufrieden, sofern man (Mann) es einschätzen kann, wenn du „kommst“, und die andere ist enttäuscht? Für die Männer, die dabei sind, Ejakulationskontrolle als einen Weg zur Stärkung ihrer Gesundheit und ihrer sexuellen Kraft zu erlernen, kann dieser Artikel interessant sein.

So kam es dazu, dass ich mich entschieden habe, ihn zu schreiben: Ein Klient der stolz darauf war, dass seine Ausdauer sich verbessert hatte, sagte einmal entmutigt: „Was habe ich davon, es zu können? Die Frauen sind eh beleidigt, wenn ich nicht komme“.

Also befragte ich alle Frauen, die bereit waren, mit mir darüber zu reden: „Welche Bedeutung hat es für dich, wenn dein Sexualpartner „kommt“ oder nicht kommt?“ Ihre Antworten bestätigten mehr als genug alle „Thesen“, die ich bisher darüber sammeln konnte – in meinen Sitzungen mit den Klientinnen und in den Gesprächen mit Freundinnen. Es waren unterschiedliche Frauen im Alter von 30+ bis 50+.

Die in einer festen Partnerschaft, diejenigen, die „momentan mehr als einen“ festen Freund haben, Frauen ohne Partner aber mit einem Kinderwunsch, die auf dem Weg der „spirituellen Entwicklung“ und die „ganz bodenständigen“. Einige von ihnen wurden bei der Frage rot, die anderen ganz gesprächig…
Das Ergebnis ist ein knappes Dutzend Gedanken, die vielen Frauen durch den Kopf gehen, wenn es um diesen „ganz besonderen Saft“ geht. Ja, genau um diesen – um das Sperma.

“Ich bin nicht begehrenswert, nicht gut genug. Sonst wäre er gekommen.“

Beginnen wir bei der Frage über unsere eigentliche Motivation – warum wollen wir überhaupt Sex miteinander haben? Auf wie viele Antworten kommst du spontan? Mir selbst würden gleich bis zu 10 Ideen einfallen! Es soll Untersuchungen geben, die besagen, dass Frauen über eine dreistellige Zahl der Beweggründe zum Sex berichten! Von den romantischen („wenn ich ihn liebe“) über die Zeugung der Kinder und weil es „die natürlichste Sache der Welt“ ist bis hin zu den pragmatischen („damit er sich keine andere sucht“).

Zwei von ihnen sind für unser Thema relevant: z.B. die Selbstbestätigung – Bestätigung von ihrem Selbstbild und Wert als Frau – oder Manipulation. Klar – rein unbewusst! Wir wollen ja keiner Frau (ich bin ja selbst eine) so etwas Eigennütziges oder „Unreifes“ unterstellen.

Ist eine Frau überzeugt, dass die Ejakulation des Mannes, unmittelbar davon abhängt, wie attraktiv und „sexy“ sie ist, wird sie beleidigt oder in ihrem Selbstbild erschüttert, wenn der Mann nicht „kommt“. Als hätte sie es nicht geschafft, ihn dazu zu bringen, als hätte sie nicht gereicht. „Ich bin nicht begehrenswert, nicht gut genug… sonst wäre er sicher gekommen.“ – ist ihre Schlussfolgerung.

Der zweite Hintergrund ist weniger nett und dennoch wahr: Hat eine Frau Sex mit einem liierten Mann, kann das „Verlangen“ nach seiner Ejakulation ein Ausdruck von dem unbewussten Besitzanspruch sein und somit ein Manipulationsversuch (ich betone – kann). „Wenn er mit mir kommt, hat er möglicherweise nicht mehr die Kraft, keinen Saft mehr für seine Partnerin“ – kann der Gedanke dahinter sein.

Eine solche Frau würde wahrscheinlich von sich selbst auf andere Frauen schließen und vermuten, dass auch deren Selbstbild davon abhängt, ob Männer in ihren Betten „kommen“ oder nicht. Wenn ein Mann also mit ihr nicht kommt, käme es ihr vor, als würde er etwas für später – für seine Frau – sparen. Übrigens sind Eifersucht und Schadenfreude Erkennungsmerkmale einer manipulativen Persönlichkeit. Merkst du diese Züge als Mann bei deiner Liebhaberin, trenne dich lieber heute als morgen und lasse sie ihre Neurosen ohne dich ausleben. Eine Therapie kann dabei sehr hilfreich sein und zwar für beide Seiten.

Denkt eine Frau in übernommenen Konzepten – „so gehört es sich doch / so ist es normal“ – dann geht sie „automatisch“ davon aus, dass ihr Partner jedes Mal kommt, weil sie es sonst einfach nicht versteht. Sie hinterfragt die übernommenen Muster nicht. Vielleicht weiß sie auch gar nicht, was du empfindest. Wie auch, wenn viele Frauen nicht mal ihr eigenes sexuelles Verhalten verstehen? Es wurde uns, unabhängig von unserem Geschlecht, nicht wirklich beigebracht und überhaupt… „über so etwas spricht man nicht“.

Doch fühl dich frei, es selbst anzusprechen, wenn du aus irgendeinem Grund das eine oder andere Mal den Sex ganz ohne zu kommen oder mit einem „trockenen“ Orgasmus genießen möchtest. Vielleicht wird es ihr gefallen, etwas Neues von dir zu lernen. Du meinst, es würde dir schwerfallen, darüber zu reden? Das kann man lernen! Zum Beispiel in meinem Workshop

„Die sechste Dimension: fünf Sprachen der Liebe & die erotische Kommunikation“ (Termine auf Anfrage).

„Liebes, entspann dich und genieße, ich halte mich heute gerne zurück und kann dafür länger“.

Dann ist es natürlich auch eine Frage des „Settings“– ob man in einem One Night Stand, „spontan“ bzw. zum ersten Mal oder in einer langfristigen sexuellen Beziehung aufeinander trifft. In den ersten beiden Fällen würden Frauen meistens auf eine Ejakulation Wert legen. Einfach weil es zum „Erlebnispaket“ der ersten beiden „Settings“ dazugehört und „eine runde Sache“ daraus macht.

Stereotype und Wunschvorstellungen über „Romantik“ und Leidenschaft lassen bei den „spontanen“ erotischen Begegnungen meistens (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel) wenig Spielraum für das In-sich-Hineinspüren und Innehalten – Zustände die für die Ejakulationskontrolle unentbehrlich sind. Ich habe auch noch nie gehört, dass eine Frau den Mann beim ersten Mal fragen würde, ob er eventuell die Fähigkeit zum „trockenen“ Orgasmus pflegt… auch nicht davon, dass ein Mann unter diesen Umständen gesagt hätte: „Liebes, entspann dich und genieße, ich halte mich heute gerne zurück und kann dafür länger“.

In einer längerfristigen erotischen Beziehung gibt es glücklicherweise mehr „Interpretations-Freiheit“ beim Thema „heute kommen – ja oder nein“, wenn es keine gesundheitlichen Bedenken gibt. Wenn wir uns besser kennen, ist der Umgang miteinander im sexuellen Dialog im besten Fall entspannter.

Und dann ist die eigene Orgasmusfähigkeit der Frau sicherlich einer der entscheidenden Faktoren. Ist sie dafür auf die Penetration – sprich auf die Dauer des Aktes – angewiesen (selbst wenn sie „nur“ klitorale Orgasmen genießt), wird sie so gut wie sicher enttäuscht, wenn ihr Partner „zu früh fertig“ ist. Dabei ist es ein subjektives Empfinden – einfach früher als es ihr recht ist… Diese unwissenschaftliche Definition von „zu früh“ ist kein objektiver Maßstab. In diesem Punkt ist die Wahrnehmung der Frauen auch unterschiedlich.

Es soll Statistiken geben, die zeigen, dass nur maximal ein Drittel der Frauen allein durch die vaginale „Einwirkung“, ohne die gleichzeitige Stimulation der Klitoris, zum Höhepunkt kommen kann. Wie auch, wenn diese sensitive Wahrnehmung nie trainiert wird? Dummerweise werden Frauen auch noch durch die „Fachleute“ darin bestärkt, dass „es so ist“, dass es „dort“ eh kaum
Nerven gibt (Hausaufgaben machen!), anstatt dass sie den Frauen beibringen, ihre Intimmuskulatur zu trainieren, um den eigenen Genuss selbst mit zu regulieren.

Zum Glück gibt es mich und meine Kollegin Anastasia Romanova und die Möglichkeit, es mit uns zu trainieren – zum Beispiel im gemeinsamen Urlaub im Sommer 2019 auf der wunderschönen Insel Korfu (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ausgebucht – die nächste Gelegenheit ist im September 2019) – mach deine Partnerin gerne darauf aufmerksam! http://intimfitness.de/2019/03/08/22-29-september-reise-zu-gesunden-vergnuegen-nach-korfu/

Bisher wurde es den Frauen in Europa nicht beigebracht, ihre Intimmuskulatur zu trainieren, um den eigenen Genuss selbst mit zu regulieren.

Bedeutet das, dass die restlichen 2/3 der Frauen Penetration und somit die Dauer der Erektion nicht zwingend „nötig“ haben? Vielleicht nicht für den „eigentlichen“ Orgasmus. Doch auch sie würden es schätzen, wenn du deinen Point-Of-No-Return (wenn es für die Ejakulation kein Zurück mehr gibt) möglichst auf ihr Empfinden abstimmst. Danke dafür.

Der nächste Punkt liegt auf der Hand: Wenn die Frage der Verhütung bzw. ein (geheimer) Kinderwunsch eine zentrale Rolle spielt: Eine klare Sache – beim Kinderwunsch wird eine Frau alles auf die Ejakulation hinaus „ausrichten“. Und zwar auch dann, wenn dem Mann selbst vielleicht nicht „danach“ ist… Gut ist, wenn beide Partner sicher sind, dass sie bezüglich der Verhütung auf demselben Stand sind. Es sei denn, sie mögen Überraschungen und lassen es darauf ankommen.

Aus meiner persönlichen Sicht ist Kinderwunsch überhaupt DAS Thema mit der größten Tragweite und Vielzahl an Problemen – sofern nicht gelöst – in Verbindung mit unserer Sexualität. Auf diesen Punkt gehe ich genauer ein in dem Artikel „Macht dich ein starker Beckenboden als Mann attraktiver? Frauen sagen JA!“ https://www.maennerportal.net/macht-dich-ein-starker-beckenboden-als-mann-attraktiver-frauen-sagen-ja/

Und dann gibt es Frauen, wenn auch vermutlich nur eine Minderheit, die dem Punkt „Sperma“ eine persönliche Bedeutung beimessen und „es“ als Zeichen der Verbundenheit „haben“ möchten und um ihren Partnern zu zeigen, wie gern sie sie mögen und annehmen. Sprich wenn sie „es“ in sich aufnehmen. Denn wegen des Geschmacks allein tut es wohl kaum eine Frau, zumindest habe ich es bisher von keiner gehört, egal wieviel Ananas ein Mann isst.

Vielleicht möchte der Leser in diesem Kontext von den Bedenken der Frauen erfahren – was viele von ihnen davon abhält, sich bei dieser Art der erotischen Liebe „zügellos“ zu zeigen? Selbst wenn sie es vielleicht gerne hätten… was, wenn der Mann auf die Idee kommt, DANACH den Kommentar „So eine bist du also. Bei wie vielen Männern vor mir hast du es wohl schon getan?“ zu geben?

Ob er es ausspricht oder ob er sich nonverbal von der Frau abwendet, nachdem er „mitgemacht“ (und, gehen wir davon aus, es genossen) hat – diese Abstempelung ist schrecklich. Deshalb halten sich viele Frauen selbst in ihrer Ehe damit zurück, das Glied ihres Partners in den Mund zu nehmen. Von dem „Schlucken“ ganz zu schweigen…

„So eine bist du also. Bei wie vielen Männern vor mir hast du es wohl schon getan?“

„Waschen hilft“ würden viele Frauen an dieser Stelle sagen. Aber come on, gibt es wirklich noch jemanden, der es nicht selbst versteht? Ich habe schon öfter von Männern über 50 gehört, dass sie in ihrem ganzen Leben diese Art der sexuellen Zärtlichkeit von einer Frau noch nie erlebt haben. Und diese Männer sahen gepflegt aus. Ich finde es ziemlich traurig… wobei das Nicht-„Haben“ von Oralsex in einer Beziehung für beide Seiten kränkend und frustrierend sein kann.

Und es gibt auch diejenigen unter den Frauen, (der prozentuelle Anteil würde mich echt interessieren), die es erregend und „geil“ finden, das Ejakulat zu sehen, zu berühren, zu riechen, ja „sogar“ zu schmecken. Wenn du mit der Vorstellung aus dem vorigen Punkt Schwierigkeiten hast – „Bei wie vielen Männern vor mir hat sie es wohl schon getan?“ und diese Frage nicht selbst „schlucken“ kannst, suche dir lieber gleich eine andere Freundin… Denn diese Frage nervt wirklich.

Folgender Punkt ist DIE traurige Wahrheit hinter der Türen von vielen ehelichen Schlafzimmern: Frauen geben sich nur aus Rücksicht „pflichtbewusst“ hin, ohne selbst Freude an gemeinsamer Sexualität zu haben und wünschen sich, dass „es“ schnell vorbei ist (warum es so sein kann, verdient einen Artikel für sich – bei Interesse gerne in den Kommentaren schreiben). Die Ejakulation wäre ein willkommenes Signal, dass „es“ vorbei ist. In diesem Fall hat es leider nichts mit der Lust, sondern eben mit (ehelicher) Pflicht zu tun, die somit hoffentlich schnell genug abgehakt wird.

Und „last but not least“ und aus meiner persönlichen Sicht die schönste Kombination: Eine Frau befindet sich selbst auf dem Weg des gezielten Ausbaus ihrer eigenen erotischen Kompetenz. Sie lernt ihren Körper, ihr erotisches Verhalten und ihre eigenen sexuellen Reaktionen kennen. Sie begreift und beginnt es zu leben, dass ihr(e) männlicher(n) Partner dasselbe Recht auf die (sexuelle) Selbstbestimmung haben, das sie sich selbst einräumt.

Eine erfahrene Liebhaberin weiß, dass ein zu häufiges Abgeben von Samenflüssigkeit im Tao dem Verlust der Lebensenergie gleichgesetzt wird.

Sie weiß, dass es Praktiken gibt, z.B. im Tao, die ein zu häufiges Abgeben (Verlieren!) von Samenflüssigkeit dem Verlust der Lebensenergie gleichsetzen und davon abraten. Sie weiß dann über die Hintergründe der „ausbleibenden“ – freiwillig zurückgehaltenen – Ejakulation Bescheid. Und sie schätzt diese Fähigkeit bei ihrem(n) Liebhaber(n), wenn sie es können. Sie wäre nie „böse“ oder irritiert, wenn sich der Mann an ihrer Seite „dieses Mal“ für einen trockenen Orgasmus entscheidet. Sie weiß um ihren Wert als Frau und als Liebhaberin und sie macht ihn nicht davon abhängig, ob der Mann „abspritzt“ oder nicht.

Als bewusster Liebhaber, der sich um seine ganzheitliche Liebeskompetenz umfassend kümmert, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Frau wie dieser so viel Freude und (sexuellen) Genuss erleben wie vielleicht noch nie zuvor. Wie so oft im Leben – besser später als nie, nicht wahr?

Wenn dich das Thema Liebeskompetenz – darunter Stärkung deiner sexuellen Kraft und Ausdauer und Ejakulationskontrolle – interessiert, wäre meine Buchempfehlung z.B. „Das Tao der Liebe. Unterweisungen in altchinesischer Liebeskunst“ von Jolan Chang sowie die Bücher von Mantak Chia.

Oder du kannst die entsprechenden Übungen mit meinem PelvisGym-Programm erlernen und einüben – als Teil von meinem Training „Voll der Hengst“ – für mehr Liebeskompetenz als Mann.

Elinor Petzold
Über Elinor Petzold 7 Artikel
Elinor Petzold, Hypnosystemische Selbstregulation, Hypnose & Sexualität, Intimfitness PelvisGym & Männerberatung in eigener Praxis in Oranienburg bei Berlin. In ihrer Praxis für Hypnosystemische Selbstregulation bietet sie auch gezielt die Männerberatung an.

Sie ist Ko-Gestalterin und Moderatorin vom online-Sexualitätskongress „Wege durch das Labyrinth“ 2017 in dem auch die männliche Sexualität, Männerprojekte und auch BDSM als Lebens- und Liebensart thematisiert wurden.

Homepage von Elinor Petzold: elinor.elixir-med.de
You-tube Kanal: youtube.com/channel
Kontakt: info@elixir-med.de oder Mobil: +49 176 800 57 473

1 Kommentar

  1. Danke dass du dieses Thema ansprichst ;
    War sehr Lange interessiert an diesem Aspekt ,
    Ich bin der Meinung das ist nur Männer Sache ob er bei Orgasmus Ejakuliert oder nicht.
    Finde es sicher besser für die Gesundheit des Mannes ohne Ejakulation ;
    Aber viele fürchten sich davor und wollen es nicht trainieren,
    Wobei ich habe jetzt so einen Partner und bin sehr zufrieden 😉
    Jeder Entscheidet es für sich .

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