10 Jahre Initiation. Was hat es mir gebracht?

Tom Süssmann berichtet von seinen Erlebnissen beim NWTA von ManKind Project

Foto: Pixabay | maxmann

Heute (03.03.2017) vor genau 10 Jahren habe ich das Initiations-Wochenende von ManKind Project Deutschland (MKP) durchlaufen.  Hammer wie die Zeit vergeht!

Heute Morgen hatte ich die Idee darüber einen Artikel zu schreiben.

Also dann mal los:
Am Freitag, dem 02.03.2007 habe ich mich aufgemacht dieses Wochenende oder auch NWTA (New Warrior Training Adventure) zu erleben. Ich hatte damals noch zwei andere Männer in meinem Auto mitgenommen.

Wir hatten alle drei keinen blassen Schimmer was auf uns zukommen würde. Ich war zwar schon drei Monate Gastteilnehmer der Frankfurter IGroup von MKP, aber so wirklich wusste ich nicht, was mich erwarten würde.

Von der MKP-Website hatte ich nur die Information:

„Ein tiefgreifendes Erlebnis, dass dich als Mann körperlich und geistig fordern wird und dich näher zu dir Selbst bringen wird“.

OK, das lies nicht unbedingt auf ein Wellness-Wochenende hoffen. 🙂

Aber der Reihe nach:
Wir kamen gegen 16:00 Uhr in Manderscheid, Eifel an. Wir waren etwas zu früh, fuhren dann aber doch direkt aufs Gelände, als plötzlich….

Oops. Da fällt mir gerade noch rechtzeitig ein, dass ich mich am Ende des Wochenendes verpflichtet hatte keine Inhalte des Trainings preis zu geben. Ich darf nur erzählen was das Wochenende mit mir gemacht und bewirkt hat.

Deshalb hatten sich also die Männer in der Frankfurter IGroup so bedeckt gehalten, als ich immer wieder versuchte näheres zu erfahren, was mich bei den NWTA erwarten würde.

Also noch mal anders und von vorne.
Im Jahre 2002 hatte sich meine damalige Frau von mir getrennt. Wir waren 2001 gerade in unser neu gekauftes Haus eingezogen und unser jüngster Sohn hatte dort seinen 2. Geburtstag gefeiert.

Für mich war es ein riesen Schock, der mir völlig den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Alle nicht aufgelösten Themen, Ängste und Unsicherheiten, die ich lange geschafft hatte zu unterdrücken traten mit einem Mal zu Tage.

Ich fasste damals den Entschluss diese schwere Lebenskrise als Chance zu sehen, meinem Leben noch mal eine Wendung zu geben. Heute frage ich mich woher ich damals die Power hatte diesen Schritt zu tun, denn mir ging es damals wirklich mehr als schlecht und die Gefahr in eine Depression abzugleiten war durchaus gegeben.

Zwei Jahre später war ich wieder in einer festen Partnerschaft und ich war mir sicher, dass es diesmal funktionieren wird, weil es sich für uns beide sehr gut angefühlt hat.

Leider war dem nicht so.
Meine Themen holten mich wieder ein. Erneut ging ich durch schmerzhafte Erfahrungen, die sich diesmal sogar noch schlimmer anfühlten.

Bis ich dann Anfang 2006 auf die Männer-Arbeit gestoßen bin. Mir fiel das großartige Buch „Männer auf der Suche“ von Steven Biddulph in die Hände. Der Untertitel “ 7 Wege zur Befreiung“ hatte mein Interesse geweckt..

Die Inhalte die ich dort lesen konnte, haben für mich das Tor zu einer neuen Welt geöffnet. Einiges war mir schon selbst klar geworden, anderes war wie eine Offenbarung.

Ich wollte mehr davon. Aber wo und wie?

Damals gab es im Bereich Männer-Arbeit noch nicht so viele Möglichkeiten wie heute. Ich wurde dann aber fündig bei ZIPAT. Dort wurde ein Vater-Sohn-Wochenende angeboten, dass ich dann für mich und meinen ältesten Sohn gebucht habe.

Näheres dazu habe ich in meinem Artikel „5 Lebensbereiche, die sich bei mir durch die Männer-Arbeit verbessert haben“ beschrieben.

An dieser Stelle nur so viel: Ich hatte Blut geleckt und ich wollte mehr von dieser kraftvollen Männer-Arbeit.

Wie ging es weiter?
Da stand ich nun an diesem besagten Freitagnachmittag am Eingang des Initiations-Geländes. Ich war schon mehr als vier Jahre auf meinem persönlichen Weg zu mir selbst unterwegs. Manchmal fühlte ich mich schon sehr gut und stark. Männlich und Erwachsen. Ein andermal dann wieder schwach und klein und den Unbilden des Lebens nicht wirklich gewachsen.

Ein äußerlich erwachsener Mann, der sich innerlich manchmal noch wie der kleine verletzliche Junge fühlte, von dem sein eigener Vater nichts wissen wollte und der sich deswegen nicht gerade wertvoll fühlte.

Aus heutiger Sicht bin ich sehr stolz auf mich, auf diesen damaligen Tom, der sich dieser Herausforderung gestellt hatte ohne zu wissen, was auf ihn zukam.

Sehr mutig war das.

Ja und ich wurde körperlich und emotional stark gefordert. Aber es kam mir gar nicht so heftig vor. Andere Männer haben mir später erzählt, dass es sehr extrem für sie war, sich z.B. ihren verdrängten Gefühlen und Schatten zu stellen.

Ich aber wusste offensichtlich tief in mir, dass es jetzt an der Zeit war mich mit diesen Themen zu beschäftigen. Ich wollte nicht länger warten. Ich war reif.

Ich war froh darüber mich mit meinen Gefühlen vor anderen Männern zeigen zu können.  Diese Wertschätzung andere Männer zu erfahren, die ich so lange vermisst hatte.

Hier war ich willkommen mit allem was ich dabei hatte, auch wenn es noch so dunkle Schatten waren für die ich mich immer geschämt hatte. Hier war alles willkommen und ich fühlte mich zutiefst, auf einer sehr tiefen Ebene angenommen.

Wow! Eine völlig neue Erfahrung.

Neben diesen Heilungsprozessen kam ich aber auch in Kontakt mit den vier männlichen Grundenergien, den männlichen Archetypen König, Krieger, Magier und Liebender.

Ich konnte diese Energien in mir fühlen und zulassen. Angst, Wut, Trauer aber auch Freude waren spürbar und haben mich näher zu mir selbst gebracht. Ich brauche diese scheinbar negativen Gefühle nicht länger verdrängen, was ja immer auch Kraft kostet sondern konnte förderlich damit umgehen.

Auch diese sogenannten negativen Gefühle haben ihre Daseinsberechtigung und dienen uns, wenn wir es gelernt haben sinnvoll damit umzugehen.

Ich nahm mir sehr viel Kraft und neue positive Energien mit in mein Leben.

Was kam nach dem NWTA?
Wie ist es mir nach dem Training ergangen? Es ist völlig klar, dass ein solches Wochenende, sei es auch noch so tiefgreifend, nicht für ein ganzes Leben hält. Wichtig war für mich, dass ich diese Erfahrungen dauerhaft in mein Leben integrieren konnte.

Ich besuchte weiterhin alle zwei Wochen die Frankfurter IGroup, wo ich jetzt als NewWarrior, als Neuer Krieger willkommen geheißen und wertgeschätzt wurde. Dort hatte ich auch Gelegenheit weiter an meinen Themen zu arbeiten und lernte auch wie ich selbst die Prozesse anderer Männer leiten und begleiten konnte.

Im Oktober 2007 habe ich dann mit anderen Männern einen eigene IGroup in Mainz gegründet. Ich habe dann noch ein halbes Jahr lang beide IGroups besucht, einfach weil mir die Männer dort auch ans Herz gewachsen waren und weil ich dort sehr viel lernen konnte für unsere junge Gruppe in Mainz.

MKP bietet glücklicher Weise noch weitere Wochenenden an wo es um die Vertiefungen der Erfahrungen des NWTAs geht. Unter anderem werden dort noch mal die Archetypen behandelt.

Ich habe sie alle gemacht im Lauf der Jahre und ich habe  dann noch zusätzlich als Stabsmann auf künftigen NWTAs andere Männer bei deren Initiation begleitet. Auch diese Erfahrungen haben mir sehr viel gebracht.

Anfangs fühlte ich selbst fast noch wie ein Initiant, später durfte ich immer mehr und verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen und dann sogar wichtige größere Prozesse leiten.

Es hat mir sehr viel inneres Wachstum gebracht und ich konnte meine eigene Leadership, die Leadership in meinem Leben entwickeln.

Was hat es mir gebracht? Was bringt es mir heute noch?
Hmm, schwierig diese Frage zu beantworten. So direkt und intensiv wie in den ersten Jahren nach meiner Initiation ist das NWTA heute für mich nicht mehr spürbar. Es ist nicht mehr dieses lodernde Feuer, sondern mehr eine tiefe nachhaltige Glut, die mir eine sichere Basis im Leben bietet.

Es hat sich eine Menge getan in meinem Leben als Mann, aber auch als Mensch.

Das NWTA kam genau zum richtigen Zeitpunkt, passend zu meinem damaligen Entwicklungsstand. Ich war schon ein Stück des Weges gegangen und nun wurde mir ein riesiges Tor geöffnet. Es passierte ganz viel Heilung und ich errang ein neues Selbstwertegefühl getragen von der Energie im Kreis der Männer.

Die Initiation hat mir sehr viele Möglichkeiten eröffnet und mich weiter gebracht als je zuvor.

Mir ist aber heute auch klar, dass ein einmaliges Wochenende nichts bringt. Wenn du glaubst da passiert eine dauerhafte und nachhaltige Veränderung, dann muss ich dich enttäuschen.

NEIN! Dem ist nicht so.

Du musst schon den eisernen Willen haben etwas in deinem Leben verändern zu wollen und auch bereit sein dafür etwas zu tun.

Du musst auch unbequeme und anstrengende Wege gehen und dich  weiterhin deinen Themen und Schatten stelle, die bearbeitet und transformiert werden wollen.

Die Belohnung ist köstlich. 🙂

Die Reise geht weiter. Aho!


Bleibt noch zu sagen, dass ich durch die intensive Begleitung anderer Männer bei deren Prozess feststellen durfte, dass es mir große Freude macht diese Arbeit zu tun und dass ich dazu auch ein gewisses Talent habe.

Das war der Grund warum ich dann einige Jahr später eine Ausbildung als Systemischer Enneagramm-Coach und danach noch zum VLV-Coach und Life-Reframer absolviert habe.

Seitdem lebe ich meine Mission, meine Herzensarbeit, meine VLV nicht nur als Ganzheitlicher WebDesigner sondern auch als Coach, als Männer-Coach und Wegbegleiter von Menschen.

Meine neue Coaching-Website ist dieses Wochenende noch online gegangen. Ich freue mich drauf noch ganz viel Männer und Frauen auf ihrem Weg zu sich selbst begleiten zu dürfen. 🙂

Über Tom Süssmann 32 Artikel
Tom Süssmann ist Jahrgang 1957 und hat zwei Söhne (geb. 1994 und 1999).

Er arbeitet mit großer Leidenschaft als WebDesigner+Coach und er beschäftigt sich schon seit 2006 mit dem Thema Männer-Arbeit, seit 2009 auch mit der Jungen-Arbeit.

Die Idee einer eigenen Website für Männerthemen entstand schon 2007 kurz nachdem er das Initiations-Wochenende von ManKind Project Deutschland durchlaufen hatte.

Tom: "Ich hatte damals im WWW recherchiert, aber nur wenig Information zur Männer-Arbeit gefunden. Da enstand die Idee etwas eigenes zu machen"

Tom's neustes Projekt heißt: Einfach Mannsein! Mannsein erscheint heute oft als schwierig. Tom zeigt hier wie es auch einfacher gehen kann.

Neben der Männer-Arbeit, für die er auch ein spezielles Männer-Coaching anbietet, liegt Tom auch am Herzen Menschen dabei zu unterstützen ihre Berufung, Herzensarbeit kurz VLV zu finden und davon leben zu können.

In seiner WebAgentur schließlich erstellt er für seine Kunden individuelle Webseiten und unterstützt sie mit Ganzheitlichem WebDesign.

Mehr über Tom ->

Tom im Web:
Einfach Mannsein!
www.süssmannWeb.de
Ganzheitliches WebDesign
www.ganzheitlicher.Coach
Männer-Coach
VLV-Coach
MPN Facebook-Page
Ganzheitlicher Coach Facebook-Page

1 Kommentar

  1. Lieber Tom, vielen Dank für Deine Schilderung, in der mich vieles an mich erinnert. Darüber habe ich in Deinem Portal auch bereits geschrieben. Ich begrüße, dass Du Männern uns mit Deinem Portal die Möglichkeit gibst, uns auszutauschen und uns gegenseitig Mut zu machen. Denn Dein Weg wie meiner zeigen, dass vermeintliche Ausweglosigkeit nur eine Momentaufnahme ist. Die Reise geht immer weiter. Liebe Grüße, Leo Fromm

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